Bei der Bildung unserer Kinder gilt: Je früher desto besser

Linz (OTS) - Je früher bei Kindern mit der Förderung begonnen wird, desto besser wird ihre Bildungskarriere verlaufen. Darauf einigten sich Bildungsexperten/-innen bei einer Diskussionsrunde in der AK
Oberösterreich. Als Vorbild wurde das finnische Modell genannt.

Das österreichische Bildungssystem selektiere zu früh und zu stark, daher entscheide zumeist der Bildungsgrad der Eltern über die Chancen der Kinder. "Damit wird Bildung zur sozialen Frage", so
Dr. Fritz Bauer, Leiter der AK-Bildungsabteilung.

Eine Lösung dieses Problems sehen beinahe alle Expertinnen und Experten in der Frühförderung. Das lehrt uns Pisa-Sieger Finnland. Rainer Domisch, Counsellor of Education im Zentralamt für Unterrichtswesen in Finnland, sprach über die Vorzüge des Schulsystems in seiner Wahlheimat. Dort werden die Kinder "vom ersten Tag an" gefördert. Schon mit einem Jahr können sie in Kindertagesstätten gehen, die Vorschule beginnt mit dem sechsten Lebensjahr.

"Anders als in Österreich gibt es in Finnland für Kindertagesstätten und Vorschule bestimmte Standards, die erfüllt werden müssen", so Domisch. Bildungsstandards gibt es etwa für die Bereiche Sprachentwicklung, Mathematisches Denken, Motorik, Gesundheit, Natur und Umwelt. Diese Standards werden in Form von regionalen und individuellen Lehrplänen umgesetzt.

Da 98 Prozent der finnischen Kinder in die Vorschule gehen, ist garantiert, dass am Beginn der Schullaufbahn alle die gleichen Chancen haben. "Wenn ein Kind dennoch Defizite aufweist, wird es früher eingeschult und kann bei Bedarf auch um ein Jahr länger in der Schule bleiben. Dort wird auch verstärkt in Kleingruppen gelernt, bis das allgemeine Klassenziel erreicht ist", sagt Rainer Domisch.

In der Schule selbst werde nicht nach Begabungen oder sozialen Kriterien selektiert, sondern gemeinsam gelernt. Davon profitieren alle, sowohl die Schwächeren, als auch die Besseren. "In Finnland herrscht die allgemein akzeptierte Philosophie, dass jedes Kind optimal gefördert wird. Manche Fähigkeiten sind schon früh ausgebildet, viele werden aber ein Leben lang entwickelt", erklärt Rainer Domisch, warum die finnische Gesellschaft bewusst auf frühe Selektion verzichtet.

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