ÖGB-Klein bei BetriebsrätInnenkonferenz: Europa eine Seele geben

EGB-Monks fordert ein Europa der Menschen statt ein Europa des reinen Profitdenkens

Villach (ÖGB) - "Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus allen Teilen Österreichs sind zusammengekommen um klarzustellen, dass die Europäische Union nur dann von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert wird, wenn sie eine Seele hat. Eine ‚Europäische Seele’ - und die wird sichtbar in einem sozialen Europa, das ein sozio-ökonomisches Ziel verfolgt, das sich grundsätzlich von den Praktiken unterscheidet, die wir derzeit in Wirtschaft und Gesellschaft erleben", so ÖGB-Vizepräsident Karl Klein heute, Freitag, in seiner Begrüßungsrede anlässlich der Eröffnung der BetriebsrätInnen-Konferenz des ÖGB in Villach.++++

"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen die konkrete Umsetzung der Lissabon-Strategie. Die Sozial- und Arbeitsminister sind dafür verantwortlich zu machen, dass dieser Prozess so schleppend dahin kriecht. Wir wollen eine Europäische Union, die 2010 der wissensbasierteste, wettbewerbsfähigste und sozialste Wirtschaftsraum der Welt ist", so der ÖGB-Vizepräsident. Die Gewerkschaft nütze das Treffen der EU-Arbeits- und Sozialminister, um sich im eigenen Namen und im Namen der Schwestergewerkschaften in Europa zu einem sozialen Europa bekennen, "weil es Aufgabe der Gewerkschaften ist darauf aufmerksam zu machen. Die ArbeitnehmerInnen wollen ein soziales Europa. Sie wollen Arbeit, Gerechtigkeit und Solidarität."

In die selbe Kerbe schlug John Monks, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, in seiner Begrüßung. Um Europa einen Neubeginn zu ermöglichen, müsse man es den BürgerInnen und Bürgern zurückgeben. Europa sei in den vergangegen zehn Jahren zu sehr auf reines Profitdenken ausgerichtet gewesen. Nun müsse man daran arbeiten, Europa eine soziale, menschliche Seite zu geben:
"Holen wir Europa dorthin zurück, wo es hingehört: Zu den Menschen."

Auch Karl Klein sprach sich in seiner Rede für ein soziales, menschliches Europa aus, in dem Wirtschaftswachstum und sozialer Fortschritt miteinander einher gehen. Auf dem Weg zu einem europäischen Sozialmodell müsse man vorrangig gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Europa ankämpfen, waren sich Klein und Monks einig. Derzeit sei Europa von den ehrgeizigen Lissabon-Zielen noch weit entfernt, so Klein: "Um die bis 2010 angestrebte Beschäftigungsquote von 70 Prozent zu erreichen, wären in der erweiterten Union noch 20 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Von diesem Ziel sind wir weit entfernt!" Deshalb gelte es, dem Thema Beschäftigung in Europa absolute Priorität zu geben, so Klein abschließend. (bmm)

ÖGB, 20. Jänner
2006
Nr. 35

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Annemarie Kramser
Tel.: (++43-1) 534 44/222 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002