AK: Öffentlichen Verkehr muss Motor für Wachstum, Stabilität und Beschäftigung bleiben!

Verschlechterungen für ArbeitnehmerInnen, Einkommen, Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen durch Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen

Wien (OTS) - Die AK warnt vor einer Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs. "Ein attraktives öffentliches Verkehrsangebot ist zentraler Faktor für einen dynamischen Wirtschaftsstandort, eine lebenswerte Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung", sagt AK Verkehrsexpertin Sylvia Leodolter heute, Freitag, bei der VCÖ Konferenz "Wirtschaftsfaktor öffentlicher Verkehr". Eine AK Studie über die Auswirkungen der Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen auf die Beschäftigten in der EU zeigt:
ArbeitnehmerInnen und Konsumenten sind die Verlierer, wenn der Markt für alternative Anbieter geöffnet wird. "Jobs werden abgebaut, die neuen Jobs sind schlechter, da neue Mitarbeiter zu schlechteren Kollektivverträgen und Sozialbedingungen eingestellt, werden", sagt Leodolter. Der öffentliche Verkehr droht zu einem Niedriglohnsektor zu werden. Konsumenten zahlen durch ein schlechteres Service und höhere Preise drauf.

Allein die vier größten öffentlichen Personenverkehrsunternehmen in Österreich beschäftigen rund 17.000 ArbeitnehmerInnen und sichern dadurch Kaufkraft und Stabilität. "Personalabbau und Sozialdumping gefährden daher die Stabilität der Wirtschaft und verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten", warnt die AK-Verkehrsexpertin.

Eine von der AK in Auftrag gegebene AK Studie über die Auswirkungen der Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen auf die Beschäftigten in der EU zeigt: Viele Jobs werden abgebaut - bis zur Hälfte aller ArbeitnehmerInnen verlieren in den ersten zehn Jahren ihren Arbeitsplatz. Die Ausbildungsstellen für Lehrlinge werden massiv gekürzt. Der Beschäftigtenzuwachs bei den neuen Anbietern kann in der Regel den Personalabbau bei den ehemaligen Staatsunternehmen nicht wettmachen. Außerdem sind die neuen Jobs schlechter: weniger Geld - alte Kollektivverträge werden demontiert, Trend zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen mit schlechter sozialer Absicherung. Die Arbeitsbedingungen verschlimmern sich:
flexible und längere Arbeitszeiten, mehr Überstunden, kürzere Ruhezeiten. Vor allem im öffentlichen Personennahverkehr führt die Verschlechterung und Reduktion von Pausen- und Ruhezeiten zu erhöhten produktiven Zeiten. Um den Personalabbau und die Einkommenseinbußen abzugelten, nehmen die Mehr- und Überstunden zu. Qualifizierungsmöglichkeiten werden auf das Kernpersonal beschränkt.

"Es ist eindeutig die Aufgabe der öffentlichen Hand, einen attraktiven öffentlichen Verkehr zu garantieren", bekräftigt Leodolter. Daher setzt sich die AK für eine leistbare, hochwertige, flächendeckende Versorgung beim öffentlichen Verkehr ein, die effizient und unter fairen Bedingungen für die ArbeitnehmerInnen erbracht wird. "Öffentliche Dienstleistungen und die Daseinsvorsorge sind Kern einer für den Wirtschaftsstandort nötigen Infrastruktur", betont Leodolter, "wird diese gefährdet, leidet die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Europas." Die öffentlichen Personenverkehrsunternehmen erfüllen auch als Arbeitgeber eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion, sie sichern Arbeitsplätze und Kaufkraft und tragen dadurch zu Wachstum und Stabilität entscheidend bei.

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