Zinggl zu Klimt-Bildern: Was Republik nie besessen hat, wird nun als nationales Erbe reklamiert

Ikonen der Kunst sind Erbe der Menschheit

Wien (OTS) - "Historische Ikonen der Kunst sind immer kulturhistorisches Erbe der ganzen Menschheit und sollten sinnvollerweise der Öffentlichkeit zugänglich sein", so Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, zur gegenwärtigen Diskussion um die restituierten Klimt-Bilder.

"Jede Hysterie, just die nun verhandelten Klimt-Bilder müssten - 'am besten sofort'; 'koste es, was es wolle'; 'wir sind ein reiches Land' - wieder zurückgekauft werden, riecht stark nach einem Bedürfnis, den richterlichen Spruch mit Geld rückgängig machen zu wollen. Was die Republik nie besessen hat, wird nun plötzlich als nationales Erbe reklamiert und müsse von der Republik erworben werden. Dahinter steht der Glaube, mit Geld lasse sich alles reparieren. Die Geschichte des Umgangs der Republik mit den BesitzerInnen soll damit vergessen gemacht werden. Denn warum sollen ausgerechnet diese Bilder zurückgekauft werden und nicht andere Ikonen aus privatem Besitz? Der Ankauf der restituierten Bilder mag zwar eine vornehme Aufgabe sein, sie ist aber nicht die drängendste der Republik", so Zinggl weiter.

Heftige Kritik übt Zinggl am Ausspruch von Erhard Busek, der gesagt hatte, 'Österreich hat immer für Nachbar in Not gespendet, nun ist es selbst in Not'. "Das ist zynisch. Österreich ist nicht in Not, wenn es unrechtmäßigen Besitz zurück gibt. Und die freibleibenden Plätze in der Österreichischen Galerie mit dem Elend der Welt zu vergleichen, zeugt von wenig sozialem Verständnis", so Zinggl.

Noch einmal betont Zinggl, dass die Bilder Maria Altmann zustehen und Österreich anerkennen müsse, dass sie ihr immer zugestanden wären. "Mag sein, dass die Ministerin anderer Ansicht war, aber das war eben ein Irrtum. Verhandlungen hätten zu einer Zeit geführt werden müssen, als noch keine richterliche Entscheidung im Raum stand. Im September 2005 war es zu spät, da war allen und demgemäss auch Frau Altmann und ihrem Anwalt klar, wie der Spruch lauten würde", so Zinggl.

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