Neues Volksblatt: "Dulder" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 19. Jänner 2006

Linz (OTS) - Sieht man einmal von einer zufrieden stellenden Situation im einzigen so zu nennenden Ballungsraum Wien ab, gilt für den öffentlichen Personennahverkehr vor allem eines: Jene, die ihn nutzen (müssen), sind schwer geprüfte Dulder. Natürlich gibt es die löblichen Ausnahmen wie etwa die Mühlkreisbahn zwischen Linz und Rottenegg (und seit Kurzem die Donauuferbahn), wo mit viel Kreativität ein attraktives Angebot für Pendler entstanden ist. Aber im Großen und Ganzen ist der Nahverkehr ein Patient, an dem zwar viele herumgedoktert haben, aber niemand die richtige Rezeptur fand. Wobei die Schuld am Dilemma nicht nur den Bahn- und Busmanagern in die Schuhe zu schieben ist. Regionale Empfindsamkeiten, die den Ersatz einer unfinanzierbaren Nebenstrecke durch eine vernünftige Buslösung politisch nicht durchsetzbar machen, gibt es sonder Zahl. Der Blick nach Deutschland würde genügen, um integrierten Lösungen offener gegenüberzustehen. Dass es immer noch genug ÖV-Nutzer gibt, hat vor allem einen Grund: Pendler sind nicht nur Dulder, sondern auch Optimisten, dass sich doch einmal alles zum Guten wenden könnte.

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