SPÖ präsentiert "Clever Kids"-Programm

Prammer, Niederwieser: Grundversorgung mit Kinderbetreuungsplätzen und ganztägigen Schulplätzen sicherstellen

Wien (SK) - Ein "Clever-Kids"-Programm präsentierten SPÖ-Frauenvorsitzende, II. NR-Präsidentin Barbara Prammer und SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Im Rahmen von "Clever Kids" wurde heute der Entwurf für ein Kinderbetreuungs-Grundsatzgesetz vorgestellt, das eine qualitätsvolle, leistbare und flächendeckende Kinderbetreuung zum Ziel hat. Schließlich gehörten hochwertige Kinderbetreuungsplätze und eine ganztägige Betreuung von Schulkindern zur öffentlichen Grundversorgung. Mit diesem Bundesrahmengesetz soll der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungs- oder Ganztagsschulplatz garantiert werden. ****

In Österreich herrsche derzeit noch immer ein großer Bedarf bei der Kinderbetreuung. Bei den Unter-Dreijährigen weise Österreich eine Betreuungsquote von elf Prozent auf - in Dänemark und Schweden sind es 68 bzw. 74 Prozent. Massive Probleme beginnen für die Eltern auch dann, wenn die Kinder in die Schule kommen. Für Österreich habe man einen Bedarf an ganztägigen Schulplätzen von 180.000 errechnet. Zahlreiche Studien würden belegen, wie wichtig Kinderbetreuungseinrichtungen sind, etwa was das Soziale Lernen, den Umgang mit Gleichaltrigen oder die sprachliche Entwicklung betrifft. Für die SPÖ sei daher klar: "Kinderbetreuungseinrichtungen sind Bildungseinrichtungen, und Qualität ist alles", so Prammer, die darauf verwies, dass in Schweden die Kinderbetreuungseinrichtungen in das Bildungssystem integriert sind, und es ein eigenes Gesetz gibt, das das Recht auf einen qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungsplatz einräumt.

Prammer: Kinderbetreuung ins Bildungssystem integrieren

Die SPÖ präsentiert darum einen Entwurf für ein Bundesrahmengesetz, mit dem drei Ziele verfolgt werden: Erstens sollen die Kinderbetreuungseinrichtungen ins Bildungssystem integriert werden. Zweitens müsse es flächendeckend die gleichen Qualitätsstandards geben, und drittens müsse es einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz geben. Damit würde der Rahmen vom Bund vorgegeben, die Ausführung liege bei den Ländern. Wichtig sei weiters, dass es eine Einteilung in Sprengel gibt, was zu einer Vernetzung der Gemeinden führen würde. "Dies ist wichtig für die kleinen Gemeinden im ländlichen Bereich und wichtig für die Chancengerechtigkeit", so Prammer.

Niederwieser: Grundversorgung mit Kinderbetreuungsplätzen und ganztägigen Schulplätzen notwendig

Niederwieser betonte, dass in Österreich der Gleichheitsgrundsatz - was die Kinderbetreuungssituation betrifft - "tagtäglich mit Füßen getreten wird". Das Angebot hänge ausschließlich davon ab, wo man wohnt. "Dies kann in einem Rechtsstaat nicht akzeptiert werden", so der SPÖ-Bildungssprecher, der darum eine Grundversorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen und ganztägigen Schulplätzen fordert. Wichtig sei dies für die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder - wie die moderne Forschung belege - und wichtig sei dies für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium.

Der SPÖ-Bildungssprecher wies noch einmal darauf hin, dass ein Fünftel der 15-Jährigen nicht ausreichend lesen und rechnen kann. Diese "negative Karriere" habe zu 90 Prozent im Alter von drei bis vier Jahren begonnen. Arbeite man an der Behebung der Mängel in den ersten vier bis fünf Monaten der ersten Volksschulklasse, wären die Mängel in einem halben Jahr behoben, so Niederwieser. "Kinderbetreuungseinrichtungen sind keine Bewahrungsanstalten, sondern es geht um die Förderung der Kinder und um pädagogische Fragen." Der SPÖ-Bildungssprecher wies auch auf die Wichtigkeit einer modernen Lehrerausbildung - auch der KindergartenpädagogInnen - hin.

Das Bundesrahmengesetz müsse schließlich auch eine leistbare Staffelung der Beiträge vorgeben. Die Kosten würden zwischen Eltern, Ländern und Gemeinden aufgeteilt; Bundesgelder seien nicht unbedingt notwendig, so Prammer, wenn die Länder und Gemeinden "ausreichende Spielräume" vorfinden. (Schluss) cs

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0015