Berger: "Lieber bei Freud als bei Mozart Anleihe nehmen"

Krankheiten der Europäischen Union müssen geheilt werden

Wien (SK) - "Neben Mozart gibt es noch einen zweiten wichtigen Österreicher und Europäer, dem wir in diesem Jahr gedenken und dessen Therapien wohl geeigneter sind, um Europas Krankheiten zu heilen, nämlich Sigmund Freud", sagte SPÖ-Delegationsleiterin Maria Berger heute im Anschluss an die Rede von Bundeskanzler Schüssel vor dem Europäischen Parlament in Strassburg. ****

"Sigmund Freud hat sich mit den Minderwertigkeitskomplexen, der Frustration und dem Narzissmus auseinandergesetzt, alles Krankheitsbilder an denen auch die Europäische Union im Moment leidet", meint Berger.

"Wir brauchen keinen Minderwertigkeitskomplex zu haben, sondern müssen das europäische Wohlfahrtsmodell offensiv propagieren. Wobei zu unterstreichen ist, dass das Europäische Modell in seinem Kern ein soziales Modell ist. Dieses gehört in die Welt exportiert und nicht ein neoliberales importiert. Ich wünsche uns einen musikalischen, aber keinen politischen Gleichklang mit Condoleezza Rice und George Bush", sagte Berger in Richtung des Bundeskanzlers.

"Die Frustration, wie uns Freud gelehrt hat, kommt von enttäuschten Erwartungen. Diese passieren zu häufig in der Europäischen Union. Zum Beispiel, wenn 30 prioritäre Projekte bei den Transeuropäischen Netzen versprochen werden, aber die Finanzierung dann nicht möglich ist. Die Summerauerbahn, die eines dieser Vorhaben war, wurde vom Vizekanzler Gorbach bereits für gestorben erklärt", kritisiert Berger.

"Und letztendlich sind es der Narzissmus und die übertriebene Egozentrik - bei den europäischen Regierungen besonders häufig anzutreffen - die einen entscheidenden Anteil daran haben, dass Europa momentan keine Schritte vorwärts schafft", schloss Berger. (Schluss) ps/mm

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