Diakonie: Pflege älterer Menschen muss zur EU-Priorität werden

Wien (OTS) - Sozialministertreffen: Aktionspläne für Qualitätsstandards in der Pflege der EU-Kommission sind Riesenchance für Österreich - Diakonie fordert soziale Dimension der Lissabonstrategie zu stärken

"Eine für alle zugängliche, qualitativ hochwertige und nachhaltige Langzeitpflege sicherstellen", das ist eine der Vorlagen der EU-Kommission für das Sozialministertreffen am Freitagnachmittag in Villach. Bis September sollen die Mitgliedstaaten Aktionspläne zur Langzeitpflege erarbeiten, die im Zeitraum 2006 bis 2008 umgesetzt werden sollen. Diese Initiative kommt für Diakonie-Direktor Michael Chalupka "goldrichtig" - angesichts "der Herausforderung, einer wachsenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Die Aktionspläne zur Pflege dürfen nicht untergehen", appelliert Chalupka an die europäischen Sozialminister.

"Denn die Zukunft der Pflege liegt in einem differenzierten Angebot für ältere Menschen.", so Chalupka. Wir versuchen Modelle für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen zu entwickeln. Zum Beispiel Tagesstätten für demente Menschen oder Hausgemeinschaften in Verbindung von Wohnen und Pflege. Mehr und mehr wird nach neuen Formen gesucht, die den Menschen in seiner Ganzheit in den Mittelpunkt stellt.

Wir können Europa Modelle bieten, aber auch von erfolgreichen Modellen anderer Länder in der Altenpflege, die Autonomie und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen, lernen.
Ein nationaler Aktionsplan zur Pflege kann ein Schub für Österreich sein, ein flächendeckendes Angebot an unterschiedlichen, bedürfnisgerechten Pflegedienstleistungen zu gewährleisten. Ein nationaler Aktionsplan im Rahmen der EU kann die Entwicklung der Altenpflege, die in Österreich in der Kompetenz der Bundesländer ist, dynamisieren, betont Diakonie-Direktor Michael Chalupka und fordert eine Versorgung nach einheitlichen Standards für ganz Österreich.

Die Aktionspläne sollen den "sozialen Zusammenhalt" in Europa als dritte Säule der Lissabonstrategie stärken. Im Papier der EU-Kommission ist von der "Verwirklichung von Qualitätsstandards, die der internationalen Best Practice entsprechen." die Rede. Weitere Ziele: "Die Qualität der Gesundheitsversorgung und der Langzeitpflege fördern und die Pflegesysteme an die sich wandelnden Erfordernisse und Präferenzen der Gesellschaft und des Einzelnen anpassen." Und:
"Gewährleisten, dass Pflegebedürftigkeit nicht zu Armut und finanzieller Abhängigkeit führt. Gegen Ungleichheiten beim Zugang zu Pflege und bei den Gesundheitsergebnissen vorgehen."

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