Grüne kritisieren zu hohes Schulgeld

Wien (OTS) - Sie sei in Finnland gewesen und habe sich über das dortige Schulsystem informiert, bemerkte GR Susanne Jerusalem zu Beginn eines Pressegesprächs der Grünen am Mittwoch. Wie sie betonte, seien der Schulbesuch und individueller Förderunterricht im Land des PISA-Siegers gratis, auch müssten Eltern nichts für das frisch und gut gekochte Schulessen ihrer Kinder bezahlen. Dem gegenüber würden bei uns für Eltern permanent hohe Kosten anfallen. Insgesamt wären das, so Jerusalem, durchschnittlich 100 Euro pro Monat, dies bedeute bei einem zehnmonatigen Schulbetrieb eine jährliche Belastung von 1000 Euro.

Jerusalem beschäftigte sich u.a. mit den "Unverbindlichen Übungen", die vor einigen Jahren gekürzt worden seien und nun nicht mehr gratis wären. Ob Theaterseminare, Tanzen oder Sport - an derartigen Aktivitäten könnten finanzschwache SchülerInnen oft nicht mehr teilnehmen. Der Schulbeginn koste laut Arbeiterkammer zumindest 65 Euro, weit mehr für Kinder, die neu eingekleidet werden müssen. Für das Mittagessen wären zwischen 2,51 Euro und 3,60 Euro zu entrichten. Dazu kämen Native Speaker zum besseren Erlernen einer Fremdsprache, teure Skikurse oder Projektwochen. Da es Scham erzeuge, finanzielle Bedürftigkeit zu zeigen oder zu artikulieren, würde die Teilnahme an solchen Aktivitäten oft "wegen Krankheit" in letzter Minute abgesagt werden. Bei ganztägiger Schule kämen insgesamt gerechnet weitere 200 Euro pro Monat dazu.

Aus diesen Gründen fordern die Grünen gleiche Bildungschancen für alle Kinder, ein kostenloses und ganztägiges Schulangebot, gratis Essen und individuelle Förderung kostenlos an den Schulen statt teurer Nachhilfe. Nötige Ressourcen für guten Unterricht sollen nicht Eltern zur Verfügung stellen müssen und nicht zuletzt befürworte sie eine "positive Diskriminierung zu Gunsten armer Schulen", um sicher zu stellen, das alle an Projektwochen Ausflügen oder Skikursen teilnehmen können.

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