Rieder: Verbinden Wien und Bratislava mit Schiffslinie

Ab Juni 06: Dreimal täglich tour retour - in 75 Minuten von Zentrum zu Zentrum

Wien (OTS) - Ab dem Frühsommer 2006 wird es eine Linienschiffsverbindung zwischen Wien und Bratislava geben. In rund 75 Minuten wird der TWIN CITY LINER die Zentren der beiden Städte verbinden, in Wien wird die Anlegestelle am Schwedenplatz sein, in Bratislava ebenso am Rande der Innenstadt. Das Projekt wurde im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Modells zwischen Stadt Wien (Central Danube Region-GmbH, eine Tochter der Wien Holding) und der Raffeisen Landesbank Wien Niederösterreich realisiert. Die "Linie" wird dreimal täglich verkehren. Die Zielgruppe sind in erster Linie Touristen, die Abfahrtszeiten - jeweils morgens, mittags und abends -wurden jedoch so gewählt, dass auch die Bewohner Wiens und Bratislavas sowie Geschäftsreisende dieses Angebot nutzen können. Das eigens gebaute Schiff hat eine Kapazität von 102 Plätzen und wird heuer von 1. Juni bis Ende Oktober im Einsatz sein, ab nächstem Jahr von Mai bis Oktober. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 3,3 Millionen Euro. Geplant ist, die Anlegestellen in Wien und Bratislava bis 2007 weiter auszubauen.

Vorgestellt wurde das Projekt am Mittwoch von Wiens Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder, Bratislavas Vizebürgermeisterin Dipl.-Ing. Tatiana Mikusova, dem Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Wien Niederösterreich, Dkfm. Peter Püspök und dem Direktor der Wien Holding, Peter Hanke.****

"Ein Meilenstein auf dem Weg zur gemeinsamen Region"

Für Wiens Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder geht die Bedeutung des Projekts über die einer bloßen Verkehrsverbindung hinaus. "Unser Interesse muss in einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bratislava und Wien liegen. Denn nur gemeinsam, das heißt als erfolgreiche Region, können wir im globalen Wettbewerb bestehen. Neben anderen Projekten - wie der Zusammenarbeit in Arbeitsmarkt- oder Infrastrukturfragen - ist dies ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer logischen intensiven Partnerschaft zweier Hauptstädte."

Tatiana Mikusova, Vizebürgermeisterin von Bratislava: "Die beiden Städte Wien und Bratislava - übrigens die am nähesten beieinander liegenden EU-Hauptstädte - kommen sich durch diese Initiative noch einen Schritt näher. Dies ist ein Meilenstein für Folgeprojekte in unserer Städtepartnerschaft."

Für den Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich Wien, Dkfm. Peter Püspök ist dieses Projekt ein klassisches Beispiel für ein Public-Private-Partnership Modell:
"Sowohl in der Ideenfindung wie auch in der Umsetzung haben sich die Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien und die Stadt Wien hervorragend ergänzt."

Von Zentrum zu Zentrum

"Um eine echte City-to-City-Verbindung zu bieten, wurde als Ein-und Ausstiegsstelle in Wien der Schwedenplatz, Abgang Marienbrücke gewählt", so Peter Hanke, Direktor der Wien Holding. Damit wird auch die zeitintensive Benützung der Schleuse Freudenau vermieden. Das Schnellboot fährt vom Zentrum Wiens über den Donaukanal und die Donau und erreicht in 75 Minuten die unmittelbar an der Altstadt gelegene Anlegestelle in Bratislava.

In Wien wie in Bratislava wird ein Stationsgebäude bzw. ein Abgang für die Linienverbindung gebaut und zur Verfügung gestellt: In Bratislava wird zu diesem Zweck das denkmalgeschützte "Propellerhaus" von der Stadt adaptiert und eingebracht, in Wien wird ein attraktiver Zugang zum Donaukanal in Form einer "Schiffsstation Wien City" von der Wien Holding-Tochter Donauraum Wien bis 2007 realisiert.

Das Schiff

Die Befahrung des Donaukanals ist aufgrund des niedrigen Wasserstandes, vor allem in den Sommermonaten, mit herkömmlichen Schiffen nur unzuverlässig möglich. Daher entschied sich Central Danube für eine innovative Schiffstechnologie, einen Schnellkatamaran in Leichtbauweise (Aluminium) mit Jetantrieb. Er wurde vom norwegischen Schiffbauspezialisten Båtservice Mandal als Prototyp eigens für den Linienverkehr zwischen Wien und Bratislava entwickelt und wird nun von Herbst 2005 bis Frühjahr 2006 in Südnorwegen gefertigt. Das Boot wird im Frühjahr über das Skagarak, die Nordsee und das Europäische Binnenwasserstraßensystem nach Wien überstellt.

Das Schiff bietet mit einer Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h nicht nur ein High- Speed-Erlebnis sondern auch High-Comfort: Der Katamaran ist vollklimatisiert, verfügt über bequeme First-Class-Bestuhlung, Panoramafenster und ein Panoramadeck. Die Fahrgäste können sich an einem Bord-Buffet mit Snacks und Drinks versorgen.

Die sensiblen Fragen des Tiefgangs und des Wellenschlages wurden in einem aufwendigen Modellversuch in der Österreichischen Schiffbautechnischen Versuchsanstalt untersucht. Das Schiff ist mit einem getesteten und vertraglich garantierten Tiefgang von 0,8 Metern tauglich für Donau und Donaukanal, der Wellenschlag ist geringer als der von den derzeit auf dem Donaukanal fahrenden Ausflugsschiffen.

Die Kunden - die Marktsituation

Zielgruppe sind nicht nur ausländische Wien-Touristen, denen mit dem Schiff ein mehrstündiger Bratislava-Aufenthalt angeboten werden kann, sondern auch die Bürger der Städte und aus den Einzugsgebieten um Bratislava und Wien.

Der Fahrplan des TWIN CITY LINER bietet in der Normalsaison von Beginn Mai bis Ende Oktober (Saison 06: 1.Juni bis 29. Oktober) täglich drei Abfahrten von Wien bzw. drei Abfahrten von Bratislava an. Es handelt sich also um den ersten täglichen Linienverkehr zwischen den beiden Städten auf der Donau. Abends und außerhalb der Liniensaison steht das Schiff für Sonderfahrten zur Verfügung.

Die Preise sind abhängig von Fahrzeit und Wochentag. Die günstigste Fahrt tour - retour kostet 30,- Euro. Kinder bis zwei Jahre fahren gratis, bis 12 Jahre gilt Halbpreis.

Die Eigner und ihre Partner

Die Central Danube Region GmbH ist der Initiator, Projektentwickler und Schiffseigner. Die DDSG Blue Danube Schifffahrts GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding ist als Betreiber des TWIN CITY LINERS "mit an Bord". Die Wiener Donauraum Länden und Ufer Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft ist Partner bei allen Ländenthemen.

Central Danube erfüllt durch das Projekt den Auftrag ihrer beiden Gesellschafter Wien Holding und Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien: Etablierung von PPP-Modellen in der Central Danube Region. Die Stadt Wien und Raiffeisen haben in der Stadt Bratislava einen kongenialen Partner gefunden, um den Lebens- und Wirtschaftsraum Central Danube Region zu stärken.

3,3 Millionen Euro für eine ländergrenzenüberschreitende Schiffslinie

Das Investitionsvolumen für die Einführung des TWIN CITY LINERS beträgt rd. 3,3 Mio. Euro (Investoren: Wien Holding, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien). Weitere Investitionen sind für einen Ausbau einer Schiffsstation am Schwedenplatz sowie in Bratislava vorgesehen.

TWIN CITY LINER - Die Fakten

o Eigner: Central Danube Region Marketing & Development GmbH Betreiber: DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH Erbauer: Båtservice Mandal, Norwegen, Gründungsjahr: 1948 Material Schiffsrumpf: Aluminium Baujahr: 2006 Länge 33 m Breite 8,5 m Tiefgang max. 0,85 m Höhe 6 m Gewicht leer 40,5 t Maximalgewicht 54 t Passagiere: 102 Personen Mannschaft: Kapitän, 2 Matrosen, 1 Stewardess Antrieb: 2 MTU Diesel-Motore + 2 Hamilton Waterjets Leistung: 1440 kW (1960 PS) Geschwindigkeit: 30 Knoten (55,56 km/h) Flatscreens: ja Musikanlage: ja Stromanschluss: 240V/380V

(Schluss) mmr

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