AllThatSounds - Der Computer als Musik- und Klangberater

St. Pölten (OTS) - Sich im digitalen Musikdschungel zu Recht zu finden wird immer schwerer. Eine interdisziplinäre Forschergruppe der Fachhochschule St. Pölten arbeitet im Rahmen des FHPLUS Projektes "AllThatSounds" an einer Technologie, die helfen soll, Musikwünsche genauer zu definieren.

Das zweijährige Forschungsprojekt "AllThatSounds" setzt sich zum Ziel, durch eine assoziative semantische Erschließung von Audiodaten, Musiksuchenden das Finden von Sounds zu erleichtern. Dadurch kommen ProduzentInnen in die Lage auch für Medienproduktionen mit geringem Budget, geeignete Musik und Geräusche zu finden, obwohl für die Gestaltung der Tonspur kein Team von Spezialisten, kein Music-Supervisor und kein Komponist verpflichtet werden kann.

Der Marktanteil digital gespeicherter Musik hat innerhalb weniger Jahre sprunghaft zugenommen. Anzahl, stilistische Vielfalt und Qualität digital verfügbarer Sounddateien haben ein unüberschaubares Ausmaß erreicht. Effektive Ansätze für die Suche nach Audiodaten spielen deshalb eine entscheidende Rolle.

Suchkriterien müssen auf soziokulturelle Bedürfnisse eingehen

Um einen Sound suchen zu können, ist es notwendig, diesen sprachlich zu beschreiben. Bei Klängen und Geräuschen werden in der Regel aber nicht die Schallsignale selbst, sondern deren Ursachen und die am Entstehungsprozess beteiligten Objekte, beschrieben. Man spricht etwa, "das klingt metallisch, hohl oder hölzern" oder "das klingt, wie wenn Papier zerknittert wird".

Suchkriterien, die sich an menschlichen Hörgewohnheiten, der Semantik, orientieren, müssen in Zukunft bessere Ergebnisse bringen. Üblich scheitern Anfragen nach Musik zum Entspannen oder für Produktpräsentationen deswegen, weil mit diesen Begriffen vielfach Unterschiedliches assoziiert wird. Persönlicher Geschmack, kulturelle und soziale Herkunft sind wichtige Aspekte, die bisher kaum Beachtung finden.

Exzellenzsicherung durch optimale wissenschaftliche Zusammenarbeit

AllThatSounds wird von Hannes Raffaseder Lektor am Studiengang Telekommunikation & Medien der FH St. Pölten geleitet. Als Wissenschaftler, Komponist und Leiter des Klangturmes in St. Pölten, setzt Raffaseder bei der Umsetzung der Forschungsaufgabe auf ein Team interdisziplinärer WissenschaftlerInnen, um in die noch unerforschten Bereiche der Musiksemantik vorzudringen.

Als Projektpartner dabei sind Audite, Team Teichenberg und das Department of Computational Perception der Johannes Kepler Universität Linz. Gerhard Widmer nimmt als Leiter des Department of Computational Perception und der Projekte zu Machine Learning, Data Minining und Intelligent Music Processing des Austrian Institute for Artificial Intelligence, die Rolle des Wissenschaftlichen Beraters ein. Dadurch wird sichergestellt, dass das Projekt am aktuellen Stand der Forschung ist und auch zu den neuesten Ergebnissen aus der Grundlagenforschung unmittelbar Zugang erhält. Ein weiterer Partner ist die Fachhochschule Vorarlberg, welche Web 2.0 Technologien, also das gegenseitige Bewerten und offene Beschlagworten einbinden wird. Finanziert wird das FHPLUS Projekt von der FFG, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft.

Fachtagung

Am 27. März 2006 findet im Rahmen der dreitägigen Veranstaltung MEDIAMATIK, die Fachtagung "Die Tonspur in den Medien" im Freiraum, Museumsquartier, statt.

Genauere Einzelheiten finden Sie auf der Projekthomepage www.allthatsounds.net

Rückfragen & Kontakt:

Fachhochschule St. Pölten
Dipl.-Ing. Hannes Raffaseder, Projektleiter "AllthatSounds"
T: 0664-4107340
E: hannes.raffaseder@fh-stpoelten.ac.at
Mag. Daniela Kaser, MAS
Leiterin Corporate Communications
T: +43 (0) 2742/313 228-265
daniela.kaser@fh-stpoelten.ac.at

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