Fußball-WM Deutschland 2006 setzt auf Nachhaltigkeit

Projekt "Green Goal" bei Greening-Events-Konferenz in Wien

Wien (OTS) - Erstmals in der Geschichte wird die Fußball-WM, die
in diesem Jahr in Deutschland über die Bühne gehen wird, zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Veranstaltung. Bei der Konferenz "Greening Events" http://www.greening-events.at, die derzeit in der Wiener Hofburg stattfindet, wurden Teile des Konzepts "Green Goal"
http://greengoal.fifaworldcup.yahoo.net präsentiert. Mit "Greening
Events" startet die österreichische EU-Ratspräsidentschaft eine Initiative, die das Ziel verfolgt, Großveranstaltungen in den Mitgliedstaaten in Zukunft stärker an Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. Die Konferenz wird vom Lebensministerium http://www.lebensministerium.at , dem Ökologie-Institut und dem ICLEI International Training Center veranstaltet.

"Insgesamt werden bei der Fußball-WM 64 Spiele in 12 Stadien in Deutschland ausgetragen. Erwartet werden dazu insgesamt 3,2 Mio. Zuschauer", so Hartmut Stahl vom Öko-Institut Darmstadt. Die Anforderungen eine solche Veranstaltung nachhaltig zu gestalten sind dementsprechend groß. Insgesamt sollen in den vier Kategorien Transport, Wasser, Abfall und Energie quantitative Ziele erreicht werden. "50 Prozent des Verkehrs soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, der Trinkwasserverbrauch soll um 20 Prozent reduziert werden", lauten zwei erklärte Ziele. "Dennoch bleiben 100.000 Tonnen Treibhausgase übrig", so Stahl. Diese werden in einem Klimaschutzprojekt in Süd-Indien wettgemacht. Dort entstehen Biogasanlagen sowie neue Häuser für die lokale Bevölkerung. Dass mit geeignetem Umweltmanagement tatsächlich viel zu machen ist, zeigen auch andere Beispiele deutlich: "Im Olympiastadion in Berlin wird die größte Zisterne, die Regenwasser auffängt, errichtet. Der öffentliche Verkehr wird mit einem Kombiticket kundenorientiert geregelt. Zahlreiche Photovoltaik-Anlagen wurden errichtet. Um die Abfallmenge so gering wie möglich zu halten, wird ein Mehrweg-Pfandsystem am Getränkesektor eingeführt.

Ein Event könne allerdings nur dann nachhaltig sein, wenn auch das Umfeld um die Stadien nachhaltig gestaltet wird. Am Beispiel der "Fußballmetropole" Kaiserslautern http://www.kaiserslautern.de , einer 100.000-Einwohner-Stadt, die vierfacher deutscher Meister war, wird klar, wie umfangreich eine nachhaltige Gestaltung ist. "An den Spieltagen wird die Einwohnerzahl der Stadt verdoppelt. Das bedeutet für eine kleine Stadt eine immense Herausforderung", erklärt Dirk Leibfried vom WM-Büro Kaiserslautern. "Impulse für den Ausbau der Solarthermie und der Photovoltaik gibt es schon", so Leibfried, der die WM als Promotor für Nachhaltigkeit sieht. "Erneut möchte die Stadt die Bevölkerung animieren, die Planungen aktiv zu begleiten. Beim dritten Bürgerworkshop am 21. Januar besteht die Möglichkeit, gemeinsam zu diskutieren und zu beraten." Besonders am Energiesparsektor gebe es Handlungsbedarf. 86 Prozent der Gebäude wurden vor 1984 errichtet, deshalb ist das Potenzial dementsprechend groß." Durch energetische Sanierung ließen sich 50 Prozent der Primärenergie einsparen. "Durch Public-Private-Partnerships konnten bereits 50 solcher Projekte finanziert werden."

Auch das Stadion selbst wird zu einer nachhaltigen Energiequelle umgestaltet: Eine 6.000 Quadratmeter Solaranlage kann bis zu 200 Einfamilienhäuser mit Strom versorgen. Generell wird Kaiserslautern zu einer Solarstadt umgewandelt. "Derzeitig erzeugen Solaranlagen 1.900 kWp Strom, bis zum Juni zur Beginn sollen es 3.400 kWp werden", so Leibfried. Dass Kaiserslautern mit seinen Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung nicht alleine ist, macht Michael Staaden vom Ministerium für Umwelt und Forste von Rheinland-Pfalz klar. Mit dem Projekt "prima-klima" http://www.primaklima.rlp.de gebe es ein langfristiges Ziel: Eine Sensibilisierung für einen bewussten Umgang und die Motivation zum Energiesparen. Zielgruppen sind alle Bürger und in diesem Jahr natürlich ganz besonders die Fußball-Fans und Besucher der WM.

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