Matznetter: Leitl bei sozialer Absicherung von Jungunternehmern ganz auf SPÖ-Linie

Zu Gründungsrekord: 80 Prozent der Neugründungen sind Einpersonenunternehmen, Großteil letztlich atypisch Beschäftigte

Wien (SK) - Christoph Matznetter, SPÖ-Budgetsprecher und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV), begrüßt in einer ersten Reaktion den heutigen Vorstoß von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, den Faktor Arbeit deutlich zu entlasten und deutlich mehr für die soziale Absicherung der JungunternehmerInnen und der Einpersonenunternehmen zu tun. "Ich freue mich sehr, dass Präsident Leitl die Vorschläge aus dem Wirtschaftsprogramm der SPÖ und aus dem Wahlprogramm des SWV aufgreift und dass wirtschaftspolitische Vernunft einkehrt", sagte Matznetter am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass schon knapp ein Jahr nach der Präsentation des SPÖ-Wirtschaftsprogramms auch der Obmann des Wirtschaftsbundes den Ausbau der sozialen Sicherheit fordern würde", so Matznetter.

Zu dem heute von Leitl präsentierten Rekord bei den Unternehmensgründungen meinte Matznetter, dass es erfreulich sei, dass so viele Menschen Risikobereitschaft zeigen und ihren Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen. "Leider scheitern viele von ihnen in den ersten Jahren der Gründung", so Matznetter. Überdies müsse man die Daten der Unternehmensgründungen differenzierter betrachten. Faktum sei es nämlich, dass über 80 Prozent der Neugründungen Einpersonenunternehmen seien.

Den Großteil davon machen letztlich atypische Beschäftigungsverhältnisse aus, in denen die neuen UnternehmerInnen für ein bis zwei Arbeitgeber tätig sind und Arbeiten verrichten, für die sie noch vor wenigen Jahren in ein Dienstverhältnis genommen worden wären, erläuterte Matznetter.

Sieht man von diesen atypischen Beschäftigungsverhältnissen ab, sieht die Welt der Klein- und Mittelbetriebe leider nicht so rosig aus, so Matznetter weiter. Zahlreiche Facheinzelhändler, viele Handwerks- und Gewerbebetriebe müssen aufgeben und schlittern in die Pleite, womit sich die Wirtschaftsstruktur zugunsten der großen international tätigen Konzerne laufend verschiebt. Wenn man diese 80 Prozent der Atypischen abzieht, ergibt sich leider aufgrund der drastisch angestiegenen Pleitewelle ein negativer Saldo.

Um neu gegründete Unternehmen nachhaltig zu unterstützen, brauche es neben der Senkung des Faktors Arbeit und der sozialen Absicherung vor allem optimale Starthilfen und Serviceleistungen. "In den ersten Jahren ist kontinuierliches und öffentlich finanziertes Gründer-Coaching besonders wichtig. Nur so können frühzeitige Insolvenzen verhindert werden", schloss Matznetter. (Schluss) wf

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