Jüdisches Museum zeigt Biographie von Manès Sperber

Wien (OTS) - Von morgen, Mittwoch (18.1.) bis einschließlich 10. März zeigt das Jüdische Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) unter dem Titel "Die Analyse der Tyrannis" - so ein gleich lautender Buchtitel Sperbers aus dem Jahr 1938, in dem er den Nationalsozialismus wie auch den Stalinismus negativ-kritisch bewertet - das Leben und Wirken des europäischen Intellektuellen Manès Sperber (1905 - 1984). Kuratiert von Mirjana Stancic´ und Marcus G. Patka - die gestalterische Umsetzung stammt von Checo Sterneck - orientiert sich die Ausstellung an den wichtigsten Lebensstationen Sperbers, der im Dezember 2005 seinen 100. Geburtstag gehabt hätte. Geboren im ostgalizischen Stetl Zablotow, welches heute in der Ukraine liegt, flüchtet die Familie Sperber - der Vater war Kaufmann und tiefgläubiger Jude - im Jahr 1916 nach Wien, wo sich Sperber zuerst der zionistischen Jugendbewegung Haschomer Hazair ("Der junge Wächter") anschließt und in späterer Folge ein Schüler des Individualpsychologen Alfred Adler wird. Im Justizpalast-Brand-Jahr 1927 wechselt Sperber mit Unterstützung Adlers seinen Wohnsitz Richtung Berlin, wo er sich dem Kommunismus anschließt, was in weiterer Folge zu einem endgültigen Bruch mit Adler führt. 1933 wird Sperber verhaftet, er flieht in weiterer Folge über Prag, Wien und Süddalmatien nach Paris, welches nach Ende des Krieges zu seinem festen Wohnsitz bis zu seinem Tode sein wird. Im Jahr 1937 bricht Sperber, ebenso wie sein Freund Arthur Koestler mit dem Kommunismus. Nach Ende des Krieges widmet sich Sperber zusehends der Literatur. Zu seinem bekanntesten Werken zählt die Romantrilogie "Wie eine Träne im Ozean", die literarisch die Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, vor allem aber auch die seinezeitige Faszination des Kommunismus verständlicher macht. Zahlreiche Reisen, wie auch zahlreiche Würdigungen und Preise dokumentieren den intellektuellen Werdegang Sperbers, der Wien Zeit seines Lebens geistig verbunden blieb.

Die Ausstellung "Die Analyse der Tyrannis" teilt sich über mehrere Räume im ersten Stock des Museums auf, die sich jeweils einem wichtigen Lebensabschnitt widmen. Zeitgenössische Plakate, Leihgaben des Österreichischen Literaturarchives der Österreichischen Nationalbibliothek, wie auch diverse private Leihgaben runden die Schau ab. Hinzu kommt auch noch ein audiovisueller Bereich. Zusätzlich liegt zur Schau ein im Holzhausen Verlag erschienene Begleitbuch mit 350 Fotografien aus dem Leben Sperbers auf.****

Zu Ausstellungsbeginn wird morgen, Mittwoch, im Rahmen einer Festsitzung der Manès Sperber-Gesellschaft der gleich lautende Preis für das Jahr 2005 an den Essayisten und Literaten Kar-Markus Gauß verliehen. Am Nachmittag findet ab 14.00 Uhr im Museum ein Symposium über das Wirken Sperbers statt. Es referieren u.a. Robert Schindel, Eveline Goodman-Thau und Ruth Beckermann. Die Beiträge werden im nächsten Jahrbuch des Museums publiziert werden.

o Öffnungszeiten des Museums: Sonntag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag: 10.00 bis 20.00 Uhr Eintritt; Euro 5 (ermäßigt: Euro 2,90) Schulklassen haben in Begleitung eines Lehrers freien Eintritt. Weitere Infos auch unter: http://www.jmw.at/

(Schluss) hch/

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
hch@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0019