Michael Nentwich neuer ITA-Direktor

Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften seit Jahresbeginn unter neuer Leitung

Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2006 ist Michael Nentwich der neue Direktor des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Er löst Gunther Tichy ab, der das Institut seit 1991 leitete.Michael Nentwichs wissenschaftliche Arbeit ist von Anfang an eng mit dem ITA verknüpft. Bereits 1990 kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Akademie. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere beschäftigte er sich mit Fragen des Europarechts, der Verfassungspolitik der EU sowie verschiedenen Themen der Technikfolgenabschätzung wie Gentechnologie oder Telemedizin. Sein aktuelles Forschungsinteresse gilt den Informations- und Kommunikationstechnologien mit Schwerpunkt Internet. Die Auswirkungen ihres Einsatzes in den Wissenschaften analysierte er in seinem viel beachteten Buch "Cyberscience -Research in the Age of the Internet".

Zurzeit leitet Nentwich im Auftrag des Rats für Forschung und Technologieentwicklung und der Bundesministerien BMWA, BMBWK und BMVIT das Projekt Techpol 2.0. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung der österreichischen Technologiepolitik einzubeziehen. Im Rahmen des Projekts analysiert und identifiziert sein Team entsprechende partizipative Verfahren und Themen. Weiterer Schwerpunkt von Nentwichs inhaltlicher Arbeit sind die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens im digitalen Zeitalter sowie urheberrechtspolitische Fragen der Informationsgesellschaft.

Am ITA übernimmt Nentwich ein gut funktionierendes und bewährtes Team. Neue Akzente will er unter seiner Leitung insbesondere im Bereich Monitoring neuer Technologien und bei der Einführung und Anwendung partizipativer Verfahren der Technikfolgenabschätzung setzen. In einer technologischen Gesellschaft gehen die Themen nie aus: "Aktuell neue Themen liegen etwa in den Bereichen Sicherheitstechnologien und Nanotechnologien, bei neuen Technologien auf Basis der Forschungen der Kognitionswissenschaften, in der Robotik und bei den so genannten Allgegenwärtigen Informationstechnologien", erläutert der Wissenschaftler.

Nentwich wurde 1964 in Wien geboren. Er studierte Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie Politikwissenschaft und Rechtswissenschaften (Mag. jur. 1998) an der Universität Wien und am Europacollege in Brügge/Belgien. 1995 promovierte er zum Dr. jur., 2004 habilitierte er sich in Wissenschafts- und Technikforschung an der Universität Wien. Von 1990 bis 1992 war Michael Nentwich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Vorgängerinstitut des ITA tätig. Nach seiner Zeit als Universitätsassistent am Forschungsinstitut für Europafragen der WU Wien (1991 bis 1996), kehrte er 1996 an die Akademie zurück. Einjährige Forschungsaufenthalte an den Universitäten Warwick und Essex (England) sowie am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln waren weiterer Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn.

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) betreibt wissenschaftliche Politikberatung und forscht interdisziplinär an den Schnittstellen zwischen Gesellschaft und Technik. Die Forscher und Forscherinnen analysieren Trends in der Technologieentwicklung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Auswirkungen. Ziel des ITA ist es, aus technischem Fortschritt größtmöglichen gesellschaftlichen Nutzen zu ziehen und nachteilige Folgen zu vermeiden.

Mit der Koordination des Projekts "Privacy enhancing shaping of security research and technology" (PRISE), Start Februar 2006, nimmt das ITA als einziges österreichisches Institut 2006 an der Preparatory Action for Security Research (PASR) des europäischen Sicherheitsforschungsprogramm (Teil des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU) teil.

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Doz. Dr. Michael Nentwich
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