"KTZ" Kommentar: "Sie müssen die Suppe auslöffeln" (Von Brigitte Burger)

Ausgabe vom 17. Jänner 2006

Klagenfurt (OTS) - Nicht zum allerletzten Mittel greift fürs Erste die Post-Gewerkschaft. Gegen den von der Regierung einsam beschlossenen Börsegang der Post will man vorerst einmal nicht "streiken, sondern anmarschieren.

An einzementierten Positionen wird das wohl auch nicht viel ändern, aber es ist die plakativste Art der Willenskundgebung, nachdem Argumente an der Politik ungehört abprallen. Während die Gewerkschaft der Ansicht ist, die Post brauche erst Zeit, eine langfristige Strategie zu entwickeln, hat sie Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für "börsefit" erklärt und damit basta. Nicht weil er selbst so 100-prozentig daran glaubt, wie sonst müsste die Regierung die umstrittene Postprivatisierung mit einer Inseratenkampagne schönreden, sondern wohl eher nach dem Motto "Schmiede das Eisen, wenn es heiß ist".

Wofür in den Augen der Regierung mindestens zwei Argumente sprechen -die Börsesituation und die Ebbe in der Staatskasse. Zwar hat der Finanzminister von 1999 bis 2004 satte 500 Mio. Euro von der Post lukriert - doch der Börsegang sollte mehr, und das auf einen Schlag bringen. Die Mitarbeiter, die schon in den letzten Jahren ihren Obolus ableisten mussten, werden in Entscheidungsprozesse nicht einbezogen, die Suppe müssen aber sie auslöffeln."

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