NR-Präsident Khol eröffnet Sonderausstellung im Palais Epstein Fotografien vom KZ Mauthausen machen Unfassbares sichtbar

Wien (PK) - "Das sichtbare Unfassbare" - das ist der Titel einer Sonderausstellung mit rund 450 Fotografien vom nationalsozialistischen Konzentrationslager Mauthausen, die heute von Nationalratspräsident Andreas Khol und Innenministerin Liese Prokop im Palais Epstein eröffnet wurde. Gezeigt werden sowohl von den Nationalsozialisten selbst angefertigte Fotos als auch Bilder von der Befreiung des KZs und der ersten Zeit danach, die aus Frankreich, Österreich, Spanien, Tschechien und den USA zusammengetragen wurden.

Nationalratspräsident Andreas Khol, der zur Ausstellungseröffnung unter anderem Bundesratspräsidentin Sissy Roth-Halvax und Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer begrüßen konnte, äußerte bei der Ausstellungseröffnung die Hoffnung, dass viele Schulklassen und viele Menschen die Ausstellung sehen werden. Der Titel der Ausstellung treffe den Nagel auf den Kopf, meinte er, was man auf den Fotos sehe, sei zum Teil tatsächlich unfassbar. Sollte jemand noch irgendwelche Zweifel haben, werde er durch die Ausstellung eines Besseren belehrt.

Innenministerin Liese Prokop wies darauf hin, dass die Fotoausstellung Ergebnis internationaler Zusammenarbeit sei und im vergangenen Jahr anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ Mauthausen vom Innenministerium realisiert wurde. Sie war bereits an mehreren Orten zu sehen, etwa in Salzburg und Paris. Die Fotos zeigten, so Prokop, zu welch schrecklichen Auswüchsen die Menschen fähig seien. 200.000 Menschen waren in Mauthausen und seinen Außenlagern inhaftiert gewesen, davon hat die Hälfte den Tod gefunden.

Da die Menschen aus der Geschichte offenbar nicht lernten, sei es umso mehr Pflicht, wachsam zu sein, mahnte die Innenministerin. Die Fotoausstellung ist für sie in diesem Sinn Lehrmittel und "Sehhilfe", auch wenn die Bilder, wie Prokop betonte, die Leiden der KZ-Häftlinge und die Brutalität und Menschenverachtung, mit denen sie konfrontiert gewesen seien, nicht eins zu eins vermitteln könnten.

Die von der SS in Auftrag gegebenen Fotos, die in der Ausstellung gezeigt werden, zeugen von Demütigungen, Hunger und Tod der KZ-Häftlinge ebenso wie vom Rassismus der KZ-Wärter. Manche der Fotografien zeichnen aber auch ein trügerisch sauberes Bild des Konzentrationslagers. Kurz vor der Befreiung Mauthausens durch die US-Armee im Mai 1945 versuchte die SS kompromittierende Fotografien noch systematisch zu vernichten - einer Gruppe von Häftlingen gelang es jedoch, unter Einsatz ihres Lebens Hunderte von Negativen zu retten.

Die Befreiung des KZ und die erste Zeit danach wurde von verschiedensten Fotografen dokumentiert. Insbesondere amerikanische Soldaten, Journalisten und die befreiten Häftlinge selbst lieferten ungeschönte Bilder von den Schrecken des Lagers. Die Fotografien sollten nicht zuletzt der Welt die Konsequenzen der NS-Ideologie vor Augen führen und die in den KZs geschehenen Verbrechen beweisen.

Die Ausstellung im Palais Epstein ist von 17. bis 27. Jänner sowie von 8. bis 19. Mai jeweils Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 17 Uhr sowie Samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr geöffnet und für alle Interessierten frei zugänglich. Es werden auch laufend kostenlose Führungen angeboten. Informationen und Anmeldung unter der Telefonnummer 01-53126-3867 oder per E-Mail unter fotoausstellung@bmi.gv.at.

Parallel zur Ausstellung findet im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes eine Vortragsreihe statt, in deren Rahmen unter anderem Stephan Matyus (Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, BMI), DÖW-Leiterin Brigitte Bailer und der Historiker Peter Malina referieren. (Schluss)

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