Heute geforderter Umstieg auf Pellets würde hunderte Millionen Steuergeld kosten

Forderungen der Grünen sind unfinanzierbar - Kosten weit über den geforderten 200 Mio. Euro - Wohnbauförderung muss allen zugute kommen

Wien (OTS) - Im Rahmen ihrer Klubklausur haben die Grünen heute
200 Millionen Euro an Steuermitteln pro Jahr für die Umrüstung von 500.000 älteren Ölheizungen auf Pellets-Anlagen gefordert. Bei einem Gesamtbestand von rund 750.000 Anlagen (in über 922.000 Haushalten) in ganz Österreich bedeutet das den Ersatz von rund 66% der Anlagen. Käme es tatsächlich dazu, hätte dies enorme negative Auswirkungen in vielerlei Hinsicht. Dies wurde zuletzt durch eine volkswirtschaftliche Studie der Experten von Horvath & Partner nachgewiesen.

Berechnung zeigt: Umstieg auf Pellets bedeutet dramatische Folgen für Wirtschaft und Umwelt.

Ölheizungen in großem Stil durch Pelletsheizungen ersetzen, bedeutet eine Reihe von Nachteilen:

- In wirtschaftlicher Hinsicht: Fördermittel und Steuerentfall
Bei der momentanen Förderpraxis für Pelletskessel mit je nach Bundesland unterschiedlicher Förderung von 1.000 bis 4.000 Euro pro Anlage sind zum Ersatz von 500.000 Heizölanlagen Fördermittel von 500 Mio. bis 2 Mrd. Euro notwendig. Alternativ würde die Verwirklichung des Vorschlags der Grünen eine Reduktion der Förderung auf 400 Euro pro Anlage bedeuten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Pelletsanlage 10.000 bis 15.000 Euro betragen, die einer modernen Ölheizung rund 4.000 bis 5.000 Euro.
Da Pellets nur der 10%-igen Umsatzsteuer unterliegen, Heizöl aber außer der Mineralölsteuer von 0,098 Euro pro Liter Heizöl mit 20% Umsatzsteuer belastet ist, würde der Ersatz von 500.000 Ölheizungen zudem einen Steuerausfall von über 200 Mio. Euro bedeuten. Das, was auf der einen Seite gefördert wird, bringt somit auf der anderen Seite der öffentlichen Hand nichts ein.

- In Hinblick auf den Verkehr: Zusätzlich Millionen an LKW-Kilometern
Da bei Pellets für den gleichen Energiegewinn, den Heizöl bietet, ein rund 3,5 mal höheres Volumen notwendig ist, steigt auch das Transportaufkommen für die Zulieferung des Brennstoffes zu den Haushalten entsprechend an. Laut der Horvath-Studie sind zur Substitution von 10% Heizöl etwa 1,6 Mio. LKW-Kilometer zusätzlich zu fahren, bei Substitution von 66% der Anlagen dann entsprechend zusätzliche 10,5 Mio. LKW-Kilometer pro Jahr! Das bedeutet hohes zusätzliches Verkehrsaufkommen, zusätzliche Emissionen und nicht zuletzt zusätzlichen fossilen Brennstoffeinsatz.

- In ökologischer Hinsicht
Trotz angeblicher CO2-Neutralität ist es eine Tatsache, dass bei der Verbrennung Holz wesentlich mehr CO2 als Heizöl emittiert (Heizöl Extra Leicht 0,27kg pro kWh, Holz 0,37kg pro kWh), rund 3mal mehr Stickoxide und Kohlenmonoxid, sowie eine vielfach höhere Belastung an Feinstaub. Das dramatische Feinstaubproblem, mit dem sich Österreich herumschlägt, wird damit sehenden Auges weiter verschärft.

- In Hinblick auf Versorgungssicherheit
Jene 66% des Heizöleinsatzes in Österreich, die laut den Forderungen ersetzt werden sollen, bedeuten rund 1,4 Mio. Tonnen Heizöl. Dies entspricht dem Energieinhalt von rund 3,08 Mio. Tonnen Pellets. Dem steht ein aktuelle Verfügbarkeit von rund 200.000 Tonnen Pellets gegenüber. Woher sollen die zusätzlichen erheblichen Mengen kommen?

Wohnbauförderung muss allen zugute kommen

Eine besondere Merkwürdigkeit der grünen Forderungen ist das Ansinnen, Mittel der Wohnbauförderung für dieses volkswirtschaftliche Eigentor abzuzweigen.
Mag. Martin Reichard, Geschäftsführer des IWO-Österreich, erklärt dazu: "So sehr das IWO es auch begrüßt, dass es endlich Überlegungen für einen nationalen Energieplan gibt, muss vor der Umsetzung der bekannt gewordenen Vorschläge aus den oben angeführten Gründen dringend gewarnt werden. Der Sinn der Wohnbauförderung kann zudem nicht die Diskriminierung von anerkannten Technologien wie der modernen Ölheizung sein. Sie sollte vielmehr allen Bürgern ermöglichen, am Markt jene Heiztechnologie zu wählen, die zu ihnen passt."

Umstieg ja - auf die moderne Ölheizung

Unbestrittene Tatsache ist, dass in Österreich rund 450.000 Ölkessel aufgrund ihres Alters ersetzt werden sollten. Moderne Ölbrennwerttechnologie senkt den Verbrauch um bis zu 40% und bietet damit allen Ölheizungsbesitzern die Möglichkeit, bei ihrem bewährten Heizsystem zu bleiben. Die Anschaffungskosten einer neuen Ölheizung liegen um bis zu 50% unter jenen für eine Pellets-Anlage. Dazu kommt, dass keine neuen Lager-Tanks benötigt werden, welche beim Umstieg auf Pellets ebenfalls angeschafft werden müssten. IWO-Geschäftsführer Reichard: "Es gibt keinen Grund zu einem aufwändigen Systemwechsel. Das leistbare und verlässliche Heizsystem für die nächsten Jahrzehnte steht mit der modernen Ölheizung bereits zur Verfügung. Weder der Konsument noch die Allgemeinheit muss hier mehr ausgeben als tatsächlich nötig ist."

Das IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) ist die Kompetenzstelle der Mineralölwirtschaft für Heizfragen. Seit 1989 als Verein organisiert, bündelt es die Interessen von Heizölproduzenten und Brennstoff¬händlern, Kessel- und Tankerzeugern, Herstellern von Kaminsystemen und weiteren Unternehmen sowie Institutionen im Umfeld des Heizsystems Ölheizung. Wichtigste Aufgabe ist die öffentliche Darstellung der Vorteile der Ölheizung sowie die Argumentation für die Ölheizung, speziell ihrer ökonomischen, ökologischen und technologischen Vorteile.

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