Österreichs Vorreiterrolle bei Biomasse konsequent fortsetzen

Minister Pröll will Maßnahmen gegen Importabhängigkeiten schaffen

Wien (OTS) - Biomasse wird derzeit in Europa großgeschrieben, denn der von der EU-Kommission angekündigte Biomasse Aktionsplan (BAP) gewinnt durch die derzeitige Situation betreffend der Versorgung mit Erdgas an Bedeutung. Umweltminister Josef Pröll http://www.lebensministerium.at hat anlässlich der Grünen Woche in Berlin die Bereitschaft zum weiteren Ausbau der Biomasse erneut betont, den begonnenen Weg konsequent weiterzugehen. "Nach der alarmierenden Verteuerung bei Rohöl macht nun auch der Erdgasstreit zwischen Russland und der Ukraine eines mehr als deutlich: Wir müssen in der EU Maßnahmen gegen die Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern setzen", so Minister Pröll. Der Biomasseaktionsplan wird daher auch beim kommenden EU-Landwirtschaftsministerrat am 23. und 24. Januar auf der Tagesordnung stehen.****

Prinzipiell sind drei grundlegende Verwendungsmöglichkeiten von Biomasse voneinander zu unterscheiden: Jene zur Wärmeherstellung, jene zur Herstellung von Strom und jene zur Herstellung von Kraftstoffen. Die EU-Kommission hat insbesondere im Bereich des Hausbrands die Nutzung von Pellets hervorgehoben und empfiehlt diese standardisierten Einsatzstoffe vermehrt zu nutzen. Hier bietet sich für Österreich eine große Chance, denn unser Land kann dabei seine Erfahrungen hinsichtlich Effizienzkriterien für Biomasseanlagen aus dem klima:aktiv-Programm "Qualitätsmanagement Holzheizwerke" http://www.klimaaktiv.at einbringen. Auch auf dem Fernwärmesektor -eine Forderung der EU-Kommission lautet, bestehende Heizwerke auf Biomasse umzurüsten - kann Österreich auf Erfolge verweisen.

Im Bereich "Elektrizität aus Biomasse" verweist der Aktionsplan im Wesentlichen auf die Richtlinie zur Nutzung erneuerbarer Energieträger im Strombereich aus dem Jahr 2001. Insbesondere die Erhöhung des Wirkungsgrades dieser Anlagen durch die kombinierte Nutzung von Wärme und Elektrizität wird hervorgehoben. "Österreich setzt diese Richtlinie bereits durch das Ökostromgesetz um", erklärt der Minister. Dabei werde auch der Frage der Effizienz und des Gesamtwirkungsgrades breite Aufmerksamkeit gewidmet.

Auch im Bereich Biokraftstoffe nimmt Österreich bereits eine Vorreiterrolle ein. Zur Umsetzung der Verordnung steht es den Mitgliedstaaten frei, steuerliche Anreize oder Beimischungsverpflichtungen zu erlassen. Die Kommission lässt jedoch erkennen, dass Verpflichtungen vorzuziehen wären. "Österreich beschreitet hier bereits den europäischen Weg", so der Minister. Die EU-Kommission will in die Bewertung und Kennzeichnung von Biokraftstoffen auch die Anbaumethoden einbeziehen.

Zu einem gemeinsamen Projekt wird auch die Unterstützung für so genannte "Energiepflanzen", die bereits in der Gemeinsamen Agrarpolitik-Reform 2003 beschlossen wurde. Im Bereich der Forstwirtschaft verweist die Kommission auf die Schwierigkeiten, die nachwachsende Menge tatsächlich zu ernten. In Österreich beschäftigt sich ein das klima:aktiv-Modul "Energieholz" mit dieser Frage. Die Kommission stellt zudem fest, dass Abfall in vielen EU-Staaten ein ungenügend genutzter Energieträger sei. Deshalb bereitet sie eine Überarbeitung der Abfallrahmenverordnungen an, um dadurch die energetische Nutzung von Abfällen zu forcieren. Österreich hat diese Strategie bereits in den letzten Jahren verfolgt und verfügt über mehrere moderne, sichere und energetisch ertragreiche Abfallbehandlungsanlagen.

Die EU-Kommission betont auch die Wichtigkeit der Fortführung entsprechender Forschungen. Besonders forciert werden hier Biotreibstoff-Technologieplattformen und die Erstellung eines Bioraffineriekonzeptes. Diese Projekte werden durch das Programm "Intelligentes Energie Europa" gefördert. Aufgrund der herausragenden Rolle, die Biomasse in der österreichischen Energiewirtschaft spielt, sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich seit zwei Jahrzehnten höher, als in anderen Bereichen der erneuerbaren Energie. Nur so konnte eine solide Basis sowohl an universitären als auch an außeruniversitären Forschungsinstitutionen und in der Industrie geschaffen werden.

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