GLOBAL 2000 kritisiert Tempo 50-Umfaller der Stadt Wien

Skandalöser Kniefall vor Autolobby - Unsachliche Polemik macht verantwortlichen Umgang mit Gesundheits- und Umweltschutz unmöglich - Jetzt neue Schritte setzen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert
den "Tempo 50-Umfaller" der Stadt Wien scharf und fordert dringend die Umsetzung wirkungsvoller Schutzmaßnahmen gegen die exorbitante Feinstaubbelastung in Wien. Feinstaub gilt unter anderem als Verursacher von chronischen Lungenkrankheiten und wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO für 2.400 Tote im Jahr verantwortlich gemacht. "Tempo 50 wäre nur ein erster kleiner Schritt zur Verringerung der Feinstaubbelastung gewesen, der jetzt den verantwortungslosen Kampagnen von ÖAMTC und ÖVP zum Opfer gefallen ist. Der jetzige Kniefall vor der Auto-Lobby lässt für die Umsetzung von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nichts Gutes hoffen", empört sich Karin Kuna, Verkehrsreferentin von GLOBAL 2000.

Bereits nach 16 Tagen im Jahr 2006 hat es allein in Wien an sieben Tagen Überschreitungen des Grenzwertes für Feinstaub gegeben. "Angesichts dieser Belastung ist es unverständlich und verantwortungslos, dass die Tatsache der Gesundheitsgefährdung gegen eine künstlich aufgeblasene Diskussion um eine vermeintliche Tempoeinschränkung ausgespielt wird. Denn jede Fahrschülerin und jeder Fahrschüler weiß, dass im Stadtgebiet eigentlich Tempo 50 vorgeschrieben ist. Die Abschwächung der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz aber sind ein Pyrrhussieg für die Autolobby, denn die Autoinsasssen sind besonders von der verkehrsbedingten Schadstoffkonzentration betroffen", so Kuna. "Jetzt muss das Feinstaubproblem angegangen werden und endlich wirkungsvolle Maßnahmen wie City-Maut, temporäre Fahrverbote und die Einrichtung präventiver Umweltzonen umgesetzt werden. Auch Tempolimits sind empfohlene Aktivitäten gegen Feinstaub. Diese Maßnahmen sind in anderen europäischen Städten längst bewährte Realität. In Wien steuert die Verkehrspolitik ungebremst in die nächste Feinstaubsaison mit tödlichen Grenzwertüberschreitungen."

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