Greenpeace: Bezirksvorsteherin Stenzel untersagt Walfang-Informationsveranstaltung ohne rechtliche Grundlage

Wien (OTS) - "Die ohne rechtliche Grundlage erfolgte Untersagung
der für morgen geplanten Greenpeace-Informationsveranstaltung zum Thema Walfang durch die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel zeigt, dass dieser der Umweltschutz offenbar kein Anliegen ist", kritisiert Greenpeace-Kampagnenleiter Matthias Schickhofer.

Anlässlich des globalen Greenpeace-Informationstages zum Thema "SOS Weltmeer" will die Umweltschutzorganisation auch in Österreich die Bevölkerung über die Bedrohung der Wale durch illegalen Walfang informieren. Greenpeace hatte die Veranstaltung bereits am vergangenen Montag ordnungsgemäß angemeldet. "Erst heute, einen Tag vor der geplanten Veranstaltung, wurde uns von einem Stenzel-Vertreter mitgeteilt, dass der erste Bezirk auf Wunsch von Stenzel als ‚Sperrzone’ zu betrachten sei", berichtet Schickhofer. Greenpeace werde die Veranstaltung trotzdem abhalten und hat diese nun als Demonstration angemeldet.

"Damit werden grundlegende Menschenrechte wie die Versammlungsfreiheit mit Füßen. Eine Sperrzone für demokratisch legitimerte Versammlungen widerspricht dem Prinzip des Rechtsstaates. Als ehemalige EU-Abgeordnete sollte Stenzel die Europäische Menschenrechtskonvention kennen", so Schickhofer.

"Während Greenpeace-Aktivisten gerade ihr Leben zur Rettung der Wale riskieren, setzt sich Stenzel mit ihrer unverständlichen Entscheidung leider zu jenen ins Boot, die trotz scharfer internationaler Proteste, etwa der Internationalen Walschutzkommission (IWC), im Walschutzgebiet im Südpolarmeer illegal Wale jagen." So plant Japan bis zum April den Fang von 935 Zwergwalen sowie zehn Finnwalen im Walschutzgebiet des Südpolarmeeres. Die Besatzung zweier Greenpeace-Schiffe, die "Esperanza" und die "Arctic Sunrise", versucht seit mehreren Wochen die Walfangflotte am weiteren Töten von Walen zu hindern. Mit im Einsatz in einem der Schlauchboote, die sich immer wieder zwischen die Wale und die Harpunen manövrieren, ist auch der österreichische Greenpeace-Aktivist Erich "Joe" Böhm.

Am Sonntag eskalierte die Situation, als der Harpunier auf einem den Walfangschiffe eine Sprengharpune direkt über einen Greenpeace-Aktivisten hinweg abfeuerte, dessen Kopf nur einen Meter entfernt war. Der getroffene Wal sank unter das Greenpeace-Schlauchboot und das Tau an der Harpune schleuderte den Greenpeace-Bootsfahrer über Bord. Glücklicherweise konnte der Mann einige Minuten später nahezu unverletzt aus dem Wasser geborgen werden. Danach wurden aus Sicherheitsgründen alle Aktionen am Wochenende abgebrochen.

Stenzel, die immerhin Mitglied der Parteivorstände von Bundes-ÖVP und ÖVP Wien ist, habe offenbar kein Problem, wenn ihre Parteifreunde in der Regierung die Öffentlichkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit durch ganzseitige, aus Steuergeldern bezahlten Inseraten "informieren". "Wenn jedoch Greenpeace auf eigene Kosten die Bevölkerung informieren will, fühlt sich Stenzel auf den Schlips getreten. Ich fordere Frau Stenzel dringend auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und sich nicht gegen die geplante Informationsveranstaltung zu sperren", so Schickhofer abschließend.

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Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Matthias Schickhofer, Greenpeace-Kampagnenleiter, 0664-6126715

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