AK-Umfrage unter Langzeitarbeitslosen: Mehr Zeit für intensivere Beratung gewünscht

Linz (OTS) - Eine Umfrage unter Langzeitarbeitslosen bestätigt die Forderung der Arbeiterkammer Oberösterreich: Das Arbeitsmarktservice (AMS) braucht mehr Personal für die Beratung und Vermittlung von Arbeitsuchenden. Kritisiert werden die mangelnde Berücksichtigung individueller Lebenslagen sowie die Qualität und die Wirksamkeit der angebotenen Schulungen.

Die Arbeiterkammer hat im Juni 2005 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, die zu diesem Zeitpunkt seit mindestens zehn Monaten beschäftigungslos waren, nach ihren Erfahrungen mit dem AMS befragt. Wie brisant das Thema ist, zeigt die hohe Beteiligung. 1019 Fragebögen, das sind 18,1 Prozent, wurden ausgefüllt zurückgesandt.

Nur 57 Prozent der Befragten fühlen sich über ihre Rechte und Pflichten ausreichend aufgeklärt. Nicht einmal die Hälfte fühlt sich bei der Jobsuche gut unterstützt. Auffallend: Befragte mit nicht-deutscher Muttersprache fühlen sich häufiger schlecht behandelt. Sinn und Nutzen von Kursen werden vielfach in Frage gestellt. Nur 30 Prozent jener Personen, die eine Schulung absolviert haben, geben an, dass diese im Hinblick auf einen neuen Job etwas bewirkt hat.

Gleichzeitig wird den AMS-Berater/-innen und den Kurs-Trainer/-innen ein gutes Zeugnis ausgestellt, was Freundlichkeit und Kompetenz betrifft. 53,7 Prozent wünschen sich allerdings mehr Zeit für die Beratung.

Die von der Arbeitskammer lange geforderten und im Vorjahr verpflichtend vorgeschriebenen Betreuungspläne erhöhen die Zufriedenheit der Arbeitsuchenden übrigens deutlich. Allerdings hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung nur knapp 36 Prozent der Befragten einen Betreuungsplan bzw. kannten ihn.

Die Arbeiterkammer fühlt sich durch die Ergebnisse der Umfrage in ihrer Forderung nach mehr Personal für das AMS deutlich bestätigt. "Ausführliche Beratung, gemeinsam mit den Arbeitslosen erstellte Betreuungspläne mit Aufklärung über Rechte und Pflichten, individuelle Qualifizierungsmaßnahmen bei vorheriger Abklärung von Defiziten und Zukunftsperspektiven - all das ist mit dem derzeitigen Personalstand kaum zu schaffen", sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei einer Pressekonferenz.

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