Ärzte: Bei Feinstaubbelastung körperliche Anstrengung vermeiden

Besonders Kinder, Menschen mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen und ältere Personen durch Smogbelastung gefährdet

Wien (OTS) - Angesichts der in den Wintermonaten verstärkt auftretenden Feinstaub-Problematik, empfiehlt die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) bei so genannten Smog-Wetterlagen körperlich anstrengende Tätigkeiten nach Möglichkeit zu vermeiden. Dieser Ratschlag bezieht sich vor allem auf Kinder und ältere Personen, sowie Herzkreislauf- und Atemwegserkrankte, die in besonderem Maß gesundheitlich gefährdet sind.

Gleichzeitig mahnt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Dr. Reiner Brettenthaler, umfassende Maßnahmen zur Eindämmung des steigenden Dieselverkehrs bzw. Förderung des Einsatzes immissionsfreundlicher Fahrzeuge und der Nachrüstung alter Fahrzeuge mit Partikelfiltern ein. Gefordert sei auch ein NO2- und Partikelinformationsgesetz, das - etwa in Anlehnung an das Ozoninformationsgesetz - bei höheren NO2-und Partikelkonzentrationen in der Luft eine verpflichtende Information der Öffentlichkeit vorsehe.

Insbesondere das Engagement Österreichs bei der Ratspräsidentschaft sei beim Thema gefordert, nicht zuletzt auch auf Grund der besonderen Betroffenheit durch den steigenden Transitverkehr, erklärte Brettenthaler. Die Ärztekammer begrüße "jeden Schritt dahin, auch auf EU-Ebene weiterzukommen". Unter anderem fordert die ÖÄK seit Jahren den verpflichtenden Einbau von Partikelfiltern in Diesel-LKW und -PKW sowie Maßnahmen zur Stickoxidsenkung. Es ist noch immer viel zu wenig bekannt, dass Dieselmotoren ohne Filter 1000mal mehr Partikel ausstoßen als ein Benzinmotor; bei den Stickstoffoxiden ist es ein Faktor 5 bis 10.

"Dankenswerterweise werden angesichts der besorgniserregenden Entwicklung regional bereits Maßnahmen wie Tempolimits oder die Subvention von Freifahrten gesetzt. Leider fehlen aber nach wie vor einschneidende Präventionsmaßnahmen an der Schadstoffquelle, z. B. beim Dieselmotor", erklärte dazu auch der Umweltreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Gerd Oberfeld. Zu denken sei dabei an ein Bonus-Malus-System nicht nur für Neufahrzeuge, sondern auch für die Umrüstung von Altfahrzeugen, (die bereits in einigen Bundesländern finanziell gefördert wird). Außerdem sollten öffentliche Institutionen, aber auch Privatunternehmern Anreize für die Umstellung von Dieselfahrzeugen auf Fahrzeuge mit Erdgas oder Benzin gegeben werden.

Ferner fordert die ÖÄK die Einführung klarer stufenweiser Schadstofflimits für NO2- und Partikel für die Luft, bei deren Überschreitung Fahrzeuge mit großen Emissionen nicht mehr fahren dürften. "Diese Umstellung kann über mehrere Jahre passieren, so dass jeder Frächter seine Flotte allmählich umstellen kann", so Oberfeld. In Südtirol gebe es bereits derartige Modelle, an denen sich Österreich orientieren könne.

Laut Zahlen der Österreichischen Ärztekammer sterben jährlich 5000 Personen in Österreich an den Folgen der Luftverschmutzung. Dabei spielt die Feinstaub- und Stickoxidproblematik eine steigende Rolle. Größtes Problem der Partikel aus Dieselmotoren sind dabei die ultrafeinen Nano-Partikel, die sich gasähnlich verhalten und leicht die Zellbarrieren durchdringen. Sie gehen ins Blut und sind toxikologisch für den Menschen besonders problematisch. Durch Einbau eines Partikelkatalysators kann die Anzahl der ultrafeinen Teilchen im Abgas um rund 90 Prozent reduziert werden.

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