Österreichs Agrarexporte legten 2005 um 11% weiter zu

Mikinovic: Agrar-Außenhandelsbilanz erstmals positiv - Käse ist Exportschlager

Berlin (AIZ) - "Österreichs Agrar- und Lebensmittelexporte haben sich auch im Jahr 2005 sehr positiv entwickelt. Die Lieferungen konnten laut Hochrechnung um 11% erhöht werden und erreichten einen Wert von rund EUR 5,96 Mrd. Die Importe nahmen nur um 1% auf EUR 5,93 Mrd. zu. Damit ist die agrarische Außenhandelsbilanz erstmals in der Geschichte ausgeglichen", berichtete heute Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing, im Rahmen der "Grünen Woche" in Berlin.

"Der wichtigste österreichische Agrar-Handelspartner bleibt Deutschland. Die Lieferungen in unser Nachbarland konnten 2005 um 9,4% auf EUR 1,86 Mrd. erhöht werden, während die Einfuhren sich um 0,6% auf EUR 2,39 Mrd. verringerten. Italien ist mit Exporten von rund EUR 1 Mrd. (+5%) unser zweitwichtigster Abnehmer. Der Außenhandel mit den alten EU-15 Ländern konnte insgesamt um 7% gesteigert werden, mit den zehn neuen EU-Ländern um 23%. Das ergeben die Außenhandelsdaten der Statistik Austria vom 1. bis 3. Quartal 2005, die auf das Gesamtjahr 2005 hochgerechnet wurden", erläuterte Mikiniovic.

Milchprodukte sind wichtigstes agrarisches Exportsegment

Die Agrar- und Lebensmittelexporte nach Deutschland haben sich seit EU-Beitritt zu einer richtigen Erfolgsstory entwickelt: Machte deren Wert im Jahr 1995 nur EUR 500 Mio. aus, so erreichte er zehn Jahre später EUR 1,86 Mrd. Das wichtigste agrarische Exportsegment stellen dabei Milch und Milchprodukte mit einem Anteil von 19% sowie Getränke mit 15% dar. Bei den Importen aus Deutschland rangieren Backwaren (13% Anteil) an erster Stelle.

Das Segment Milchprodukte inklusive Käse verzeichnet weiterhin zweistellige Zuwachsraten. Im Jahr 2005 wurden nach Deutschland Molkereiprodukte im Wert von EUR 342 Mio. geliefert. Das entspricht einem Plus von 11%. Dem steht bei den Einfuhren ein Wert von EUR 217 Mio. (-13%) gegenüber. "Im Milchbereich exportieren wir gewissermaßen Frische in unser Nachbarland. Die Deutschen schätzen die natürlichen, unverfälschten und insbesondere frischen Molkereiprodukte aus der Alpenrepublik", betonte Mikinovic.

Eines der erfolgreichsten österreichischen Produkte in Deutschland ist Käse. Konnten 1995 noch knapp 4.000 t geliefert werden, so stieg die Menge 2005 voraussichtlich auf rund 33.000 t. Der Wert der Käseausfuhren erhöhte sich im gleichen Zeitraum von EUR 15 Mio. auf 131 Mio. Die Einfuhren von deutschem Käse nach Österreich verzeichneten 2005 sowohl in Menge (-17%) als auch im Wert (-22%) einen Einbruch.

"Besonders erfreulich ist, dass der Kilo-Preis für österreichischen Käse in der BRD mittlerweile an die 4 Euro-Marke herankommt, während der Importwert im Schnitt bei EUR 2,82 je kg liegt", so Mikinovic. Österreich rangiere in deutschen Käsetheken bereits an vierter Stelle der Herkunftsländer. Die Schulungen des Theken-Verkaufspersonals durch die AMA Marketing mache sich bezahlt. Die Theke stelle eine sehr wichtige Absatzschiene im deutschen Handel dar, weil hier die Käsegattung Vorrang vor der Marke habe und österreichische Molkereien nicht die Mittel hätten, um in der BRD Markenwerbung in größerem Umfang zu betreiben.

Starke Zuwächse auch bei Fleischzubereitungen

Eine der erfolgreichsten Warengruppen im Außenhandel mit der Bundesrepublik sind die Fleischzubereitungen. Der Bereich Wurstwaren und Schinken verzeichnet wertmäßig eine Zuwachsrate von fast 23%. Insgesamt wurde laut Hochrechnung im Jahr 2005 eine Menge von 30.400 t an zubereitetem Fleisch im Wert von EUR 121 Mio. zu unseren Nachbarn geliefert. Erfreulich erholt hat sich in den letzten Monaten auch das Segment Speck, was sich in einem Wachstum von fast 9% niederschlägt. 1.450 t Speck wurden 2005 nach Deutschland geliefert. Die Importe aus der BRD weisen hingegen ein wertmäßiges Minus von über 21% auf. Ware aus Österreich erzielt einen Kilo-Preis von durchschnittlich EUR 7,85, jene aus Deutschland nur EUR 5,41.

Obst und Gemüse: Kontinuierliches Plus auf hohem Niveau

Die Lieferungen von Gemüse aus Österreich nach Deutschland verzeichnen wieder Zuwachsraten. Im Jahr 2005 wurde in diesem Segment wertmäßig ein Anstieg um rund 11% auf EUR 22,5 Mio. erreicht. Bei Obst wird ein Zuwachs von rund 25% auf EUR 45,8 Mio. ausgewiesen. Besondere Wertsteigerungen sind aber im Bereich zubereitetes Obst und Gemüse zu verzeichnen. Von 2004 auf 2005 konnte wertmäßig eine Erhöhung um 11% auf EUR 155 Mio. erzielt werden.

Ausfuhren in neue EU-Länder um 23% erhöht

Die gesamten agrarischen Ausfuhren in die zehn neuen EU-Mitgliedsländer zeigen für 2005 ein Wachstum von 23% im Wert. Das entspricht einem Volumen von EUR 620 Mio. Die Beitrittsländer konnten ihre Ausfuhren nach Österreich um 20% auf einen Wert von EUR 611 Mio. anheben. Am erfreulichsten entwickelte sich die Ausfuhr österreichischer Waren nach Ungarn (+31%), Tschechien (+29%) und Slowenien (+20%).

Frische und Natürlichkeit als Erfolgsgeheimnis

"Der Erfolg österreichischer Lebensmittel liegt national und international in der Kommunikation von Werten, die den Menschen wieder zunehmend wichtiger werden: Naturbelassenheit, Frische, Nähe und Regionalität, saubere und intakte Natur und echter, unverfälschter Genuss. Unsere neue Kampagne in Österreich heißt deshalb 'Frisch vom Land' und reflektiert einerseits den hohen Stellenwert regionaler Produkte und erfüllt andererseits auch die Sehnsucht nach ländlicher Natürlichkeit. Auf den Exportmärkten, wie etwa hier in Berlin, wollen wir weiterhin mit dem Slogan 'Natur Genuss Österreich' punkten. Der Erfolg scheint uns recht zu geben", unterstrich Mikinovic.
(Schluss) kam

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