2005 um 1,1 % weniger Neuwagenzulassungen in Österreich, Anteil der Diesel-Pkw gesunken

Fahrzeughandel, Importeure und Kfz-Techniker sprechen sich für Einführung einer "Verschrottungsprämie" für ältere Dieselfahrzeuge aus

Wien (PWK014) - Die Zahl der Neuzulassungen von
Pkw/Kombifahrzeugen ist im abgelaufenen Jahr um 1,1 Prozent zurückgegangen, das weisen die von der Statistik Austria erhobenen Zahlen zur Entwicklung des Fahrzeughandels in Österreich im Jahr 2005 aus. "Die Zahl der Pkw- und Kombi-Neuzulassungen belief sich im Jahr 2005 auf 307.915 Stück", nennt Peter Laimer von der Statistik Austria die absoluten Zahlen. "Die Entwicklung spielt sich aber auf hohem Niveau ab", so Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremium Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Angesichts des Spitzenwerts des Jahres 2004 sei es gelungen, die Neuzulassungen "faktisch auf Vorjahresniveau zu halten"; das Ergebnis des Jahres 2005 ist das fünftbeste der vergangenen zwanzig Jahre. Das beweise, dass dem Thema Mobilität ein hoher Stellenwert in der Gesellschaft zukomme.

Zugenommen hat bei den Neuzulassungen 2005 der Anteil der benzinbetriebenen Pkw; er liegt bei rund 35 Prozent; im Gegenzug ist die Anzahl der Diesel-Pkw um 9 Prozent gesunken - "Diesel-Delle" nannte es Obmann Oberwallner heute, Donnerstag, bei der Präsentation der Zahlen vor der Presse. Bei höherer Motorisierung ist der Dieselanteil weiterhin am stärksten ausgeprägt. Trotz des Rückganges hat Österreich damit weiterhin den höchsten Dieselanteils am Neu-Pkw-Markt in Europa.

Vor dem Hintergrund der Einführung des Dieselpartikelfilters in Österreich und der damit verbundenen Bonus-/Malus-Regelung wollen die heimischen Automobilimporteure gemeinsam mit dem Handel ein Modell einer "Verschrottungsprämie" ausarbeiten, die den Fahrzeugbestand der EU 0-Abgasklasse gegen moderne emissionsarme Fahrzeuge ersetzen soll. : "Die Steuereinnahmen aus der Malus-Regelung sollten für diese Aktion herangezogen werden, um eine effektive Maßnahme zur Feinstaubbekämpfung zu setzen", fordert Peter Leißing, stellvertretender Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels und Sprecher der Automobilimporteure. Immerhin, so Leißing, gelte es in Österreich für Besitzer von rund 220.000 Pkw, die älter als 15 Jahre sind, auf schadstoffärmere Modelle umzusteigen. Diese Fahrzeuge emittieren bis zu 74 mal die Menge an Partikel eines aktuellen EU 4 Fahrzeuges und kann deren Austausch sehr viel mehr zur Verbesserung der Luftqualität beitragen, als Tempolimits oder Malus Regelungen.

Zurück zu den Neuzulassung 2005: Nach Fahrzeugklassen/-größen betrachtet gab es große Verschiebungen zwischen den einzelnen Fahrzeugklassen. "Weg von der Limousine, weg vom Kombi", formuliert es Leißing. Die Kompaktwagenklasse verzeichnet weiter Zuwächse, fast jedes zweite neu gekaufte Auto in Österreich falle dort hinein. Ein kleiner Anstieg sei hingegen sowohl bei Klein- wie auch Luxuswagen zu verzeichnen. Weiterhin stark nachgefragt sind so genannte Sport Utility Vehicles (SUV), weniger große "Multi Purpose Vehicles".

Fast jedes zweite in Österreich zugelassene Auto kommt aus Deutschland. An zweiter Stelle der Erzeugerländer folgt Frankreich unverändert vor Japan, Korea rangiert bereits auf Platz 4.

Erfreulich die Entwicklung des Zweiradmarktes in Österreich: Bei der Zulassung von Mopeds ist es geradezu zu einem Boom gekommen; mit insgesamt 27.728 Stück ist die Zahl 27,7 Prozent über dem Niveau des Jahres davor. Der Zweiradmarkt insgesamt ist um 16,3 Prozent auf 44.916 Zulassungen gewachsen.

"In Österreich betreuen 5.138 Kfz-Fach- und Meisterbetriebe mit über 50.000 Mitarbeitern über 6,1 Millionen Straßenfahrzeuge. Statistisch gesehen entfallen auf jeden Kfz-Betrieb ca. 805 Pkw und Kombi bzw. insgesamt 1200 Straßenfahrzeuge", so Josef Puntinger, Bundesinnungsmeister der Bundesinnung der Kraftfahrzeugtechniker.

Handel, Importeure und Kfz-Techniker -- sehen der Geschäftsentwicklung im Jahr 2006 positiv gestimmt entgegen. Alle Branchen setzten noch vehementer auf "Betreuung, Beratung und Service".

Den Fahrzeughandel will Bundesgremialobmann Oberwallner noch stärker als verlässlichen Partner der Kunden - insbesondere auch in der Abgrenzung Privat-zu-Privat-Kauf bei Gebrauchtwagen -positioniert sehen. Er kündigt die Ausarbeitung eines Gebrauchtwagen-Gütezeichen für Gebrauchtwagenhändler an, "das signalisieren soll, dass der Gebrauchtwagenhändler bestmöglichen Kundendienst - sowohl in technischer als auch in rechtlicher Hinsicht - bietet." (JR)

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