AK: Post profitiert nicht von Privatisierung

Nutznießer ist Finanzminister - Bei der Beschaffung von neuem Kapital sind Post die Hände gebunden

Wien (OTS) - Verkauft ein Eigentümer sein Unternehmen, dann
bekommt er den Verkaufserlös und nicht das Unternehmen. Die Post selbst hat nichts von den Privatisierungsplänen. Sie sieht vom Privatisierungserlös keinen einzigen Cent, das Geld fließt in den Säckel des Finanzministers, sagt die AK. Damit sei die Post weder flexibler noch kann sie irgendwelche zukünftigen Expansionspläne realisieren, so die AK. Ganz im Gegenteil: Will man den Anteil des Bundes auf über 50 Prozent halten, sind der Post auch künftig bei der Beschaffung frischen Kapitals völlig die Hände gebunden.

Finanzminister Grasser versucht die Privatisierungspläne der Post als einmalige Chance für das Unternehmen darzustellen, die der Post den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht. Das gehört ins Reich der Märchen, sagt die AK. Tatsache ist, dass die Post vom Privatisierungserlös nichts sieht. Das Geld kommt vollständig der ÖIAG und in weiterer Folge dem Finanzminister zu Gute, sagt die AK.

Durch den Verkauf von 49 Prozent der Anteile ist die Post außerdem auch in Zukunft blockiert, über den Kapitalmarkt Geld zu bekommen. Frisches Geld fürs Unternehmen gibt es nur, wenn man eine Kapitalaufstockung durch die Emission von zusätzlichen Aktien vornehmen würde. Will man aber gleichzeitig eine Mehrheit der Post in öffentlicher Hand belassen, was ja immer beteuert wird, so müsste der Bund ebenfalls im selben Ausmaß Kapital zuschießen, um sein Anteilsverhältnis aufrecht zu erhalten. Will sich die Post also in Zukunft z.B. 100 Millionen Euro von der Börse holen, müsste der Bund sogar etwas mehr als 100 Millionen Euro zuschießen. Da das aber kaum der Fall sein wird, kann sich die Post über die Börse durch eine Kapitalaufstockung und Emission junger Aktien kein Kapital mehr holen. Ansonsten würde der Staatsanteil ohne weiteres zu Tun der Regierung automatisch auf unter 50 Prozent sinken.

Der Post sind damit bei der Beschaffung neuen Kapitals auf Jahre völlig die Hände gebunden außer man senkt den Anteil des Bundes. Das wäre aber ein Schuss ins Knie und würde die Post wiederum zu einem sicheren Übernahmekandidaten machen, warnt die AK. Von Flexibilität und der Sicherung einer österreichischen Lösung sind die Privatisierungspläne jedenfalls weit entfernt, so die AK.

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