AKOÖ-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Verkauf der Post wird der ge-samten österreichischen Wirtschaft schaden!"

Linz (OTS) - "Die nun von der Bundesregierung euphorisch
betriebene Privatisierung der Post wird eine Verschlechterung der Infrastruktur und den Verlust von Aufträgen an die österreichische Wirtschaft bringen", ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer überzeugt. Denn die heimische Wirtschaft wird einem Privateigentümer - aller Voraussicht nach ein internationaler Konzern bzw. Fonds - mit Sicherheit kein großes Anliegen sein.

Kalliauer: "Deshalb sollte man die Diskussion um den Börsegang der Post AG nicht als solche um den richtigen oder falschen Zeitpunkt führen, sondern als das was sie ist: als Grundsatzdiskussion! In dieser Grundsatzdiskussion ist in aller Deutlichkeit festzuhalten, dass eine Privatisierung der Post wirtschaftspolitischer Unfug ist, der schwerwiegende negative Folgen für den Wirtschaftsstandort Österreich haben wird."

Eine andere Konsequenz wird vor allem in weiteren Postamtsschließungen bestehen - ohne dass es zu einer Entlastung der Steuerzahler/-innen kommt. Allein in Oberösterreich sind von den verbliebenen 218 Postämtern an die 100 von der Schließung bedroht.

Die österreichische Post ist ein grundsolides Unternehmen. Trotz des von ihr zu erfüllenden Versorgungsauftrages für die ländlichen Regionen erzielt sie positive Betriebsergebnisse und schüttet an den Eigentümer Staat Dividenden aus. Die Eigenkapitalausstattung ist mit 50 Prozent hervorragend. Nicht zu vergessen: Das Auftragsvolumen der Post an heimische Unternehmen beträgt jährlich rund 70 Millionen Euro!

Bereits seit vielen Jahren ist das Unternehmen einem ständigen Reformprozess unterzogen: Das so genannte "Rüsten für den Wettbewerb" hatte unter anderem österreichweit die Schließung von mittlerweile bereits 1.000 Postämtern zur Folge.

"Angesichts dieser Fakten ist das Argument, der Börsegang sei notwendig, damit die Post auf die kommenden Herausforderungen reagieren kann, geradezu zynisch. Die Post AG ist bestens aufgestellt und der Verkauf wird sie schwächen, denn vom Erlös bekommt die Post selbst ja nichts", erklärt Kalliauer.

"Im Interesse Österreichs muss vom geplanten Börsegang Abstand genommen und das wichtige Infrastruktur-Unternehmen Post im öffentlichen Eigentum behalten werden", so der AK-Präsident. Alles andere wäre Verschleuderung von Volksvermögen mit dem zynischen "Volksaktien-Schmäh": Wir verkaufen ein paar Prozent von dem, was ohnehin dem Volk gehört, an ein paar Prozent des Volkes, die sich Aktien leisten können und wollen.

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