Industrie für Paradigmenwechsel bei Innovationspolitik

IV-Präsident Sorger und IV-Ausschussvorsitzender GD Eder: Erfolgsweg nach Sprung auf EU-Platz 5 weiter konsequent fortsetzen

Wien (OTS) - (PdI) "In kaum einem anderen Politikfeld hat Österreich in den vergangenen fünf Jahren so exzellente Arbeit geleistet wie in der Innovationspolitik. Ein Zeichen dafür ist auch der Sprung vom 10. auf den 5. Rang im Ranking der Innovationsstandorte innerhalb der EU. Entscheidend ist jetzt, dass sich Österreich in den wichtigsten Innovationsparametern weiter nach oben arbeitet und unter die besten Drei in Europa nach Schweden und Finnland - kommt", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Dr. Veit Sorger, auf einer Pressekonferenz anlässlich der Veranstaltung "Allianz für Innovation und Fortschritt" im Haus der Industrie. Konkret nannte der IV-Präsident die Bereiche Life Long Learning (LLL) - einer der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung -, die Intensivierung der Innovationskooperationen mit KMU und die Steigerung der Anzahl der Europäischen Patente aus Österreich.

Die Industrie plädiere nun für eine "Front Runner-Strategie", die Österreich weiter im internationalen Wettbewerb stärkt. Zu dieser Strategie gehören neue Prioritäten, die auf die Gestaltung einer "Innovationskultur" abzielen und für eine langfristige Stärkung des Innovationsstandortes in seiner Gesamtheit von entscheidender Bedeutung sind: "Dies sind insbesondere weiter Bildungsreformen und die Schaffung einer neuen Innovationsgesinnung", betonte Sorger. Darüber hinaus gelte es, die "Strategie 2010" des Rates für Forschung & Technologieentwicklung zu unterstützen, aber auch um wichtige Punkte zu ergänzen und zügig umzusetzen sowie Erreichtes kontinuierlich weiter zu entwickeln (unter anderem die Investitionen in F&E weiter zu steigern, Mittel strategisch wirksam einzusetzen, Forschungs- und Innovationsstrukturen weiter zu verbessern).

Eder: IV-Innovationsstrategie NEU als Leitfaden erfolgreicher Innovationspolitik

Voestalpine GD Dr. Wolfgang Eder, IV-Ausschussvorsitzender für Bildung, Innovation und Forschung, stellte die drei Haupthebel für die IV-Innovationsstrategie neu vor:

- Die kreativen Köpfe fördern: insbesondere bei Kindern, jungen Forscherinnen und Forschern sowie Frauen

- Die Rahmenbedingungen verlässlich weiter fortschreiben - für die forschenden LCUs (Leading Competence Units) UND die klein- und mittelständischen Unternehmen und

- Den kulturellen Übergang von der Wissens- zur Innovationsgesellschaft ermöglichen!

Selbstverständlich bleiben die klassischen innovationspolitischen Instrumente sehr wichtig, insbesondere die Verlässlichkeit bei den Rahmenbedingungen. "Unternehmen brauchen Rechtsicherheit, auch bei den Förderinstrumenten, bei der steuerlichen Behandlung von F&E Investitionen - jede "Neidgenossenschaft" auch innerhalb der Wirtschaft wäre kontraproduktiv", betonte Eder.

Darüber hinaus sind das zentrale Anliegen der Industrie die Menschen. "Innovation beginnt in der Schule" und passiert in den kreativen Köpfen unserer Kinder, daher sind Bildungspolitik und Bildungsreformen der wohl wichtigste Ansatz für eine zeitgemäße und zukunftsträchtige Innovationspolitik. GD Wolfgang Eder: "Österreich muss alles tun:
- um unserer Jugend die Freude am Lernen zu geben, den Forschergeist zu fördern und zu entwickeln
- das Interesse an Naturwissenschaft und Technik, an Innovation an Erneuerung zu fördern, damit unseren wissenschaftlichen Nachwuchs, Qualität und Quantität unserer Techniker, Mathematiker zu sichern und

- Menschen heranzubilden, die die Chance von Erneuerung erkennen und nutzen."

Der IV-Ausschussvorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auf die Diskrepanz zwischen den Studierendenzahlen bei Naturwissenschaftlichen und Technischen Studien und der steigenden Nachfrage nach Forscherinnen und Forschern. "Auch wenn die Qualifizierungslücke noch nicht dramatisch ist - wir müssen unsere diesbezüglichen Anstrengungen weiter verstärken".

Die Hauptanliegen an die österreichische EU-Präsidentschaft

IV-Innovationssprecher Eder skizzierte darüber hinaus die kurzfristigen innovationspolitischen Hauptanliegen der Industrie an die österreichische EU-Präsidentschaft:

1. Das EU-Budget muss im Detail verstärkt an Zukunftsinvestitionen -wie Bildung, Innovation, F&E, Technologie - ausgerichtet werden, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken; d.h. deutliche Erhöhung der Ausgaben für Forschung & Entwicklung, Infrastruktur und Bildung (8,4 % des EU-Budgets für Wettbewerbsfähigkeit sind zu wenig).

2. Die Exzellenz Strategie insbes. in Universitäten und Wissenschaft muss mit Nachdruck verfolgt werden: wir haben nur jetzt die Chance, jene Leuchttürme der Wissenschaft zu errichten, die Österreich in Mitteleuropa zur Drehscheibe von Spitzenleistungen letztlich auch (durch Produktinnovationen) in der Industrie machen. Mit der Einrichtung von AIST wird auch der Standort für die Industrie langfristig gesichert.

3. Das heißt: Die Beteiligung der Industrie am 7. Rahmenprogramm für Forschung & Entwicklung muss erhöht werden. Dieses wird nur dann ein Erfolg, wenn die Industriebeteiligung auf 40% (im 6. Forschungsrahmenprogramm 26%) steigt. Die Vereinfachung ("Simplification") ist dafür die entscheidende Voraussetzung.
Bei allen Innovations-Anstrengungen muss - im richtigen Maß - der "Umsetzungsgedanke" in neue Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt rücken!

Zahlen und Fakten zum Innovationsstandort Österreich 2000 - 2005

· Österreichische F&E - Quote: von 2000 - 2005 von 1,91% auf 2,35% des BIP, also deutlich über den EU Schnitt (rd. 2,0%) gestiegen.

· F&E Ausgaben der Industrie: von 2000 - 2004 um 40% (von 1 Mrd. Euro auf 3,34 Mrd. Euro) gestiegen!

· Der Anteil der Unternehmensausgaben (In- und Ausland) an den gesamten F&E Investitionen betragen knapp 64%

· Die hohe Attraktivität Österreichs als Forschungsstandort zeigt sich daran, dass rund 21% der gesamten F&E Investitionen von in Österreich forschenden internationalen Unternehmen kommen.

· Mit 66% weist Österreich den europaweit größten Anteil an Forschern in der Industrie aus.

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