Wiener Ärztekammer schröpft Pensionisten

Wien (OTS) - Die pensionierten Ärzte bzw. Arztwitwen der Wiener Ärztekammer erhielten ein Weichnachtsgeschenk von der Kammer:
Einen Bescheid über einen sogenannten "Pensionssicherungsbeitrag", der ab Jänner 2006 die Pensionen kürzt!

Das trifft vor allem jene Ärztinnen und Ärzte, die selbstständige Praxen führten und nicht etwa zusätzlich im Spital angestellt waren. Ihre Pensionen aus dem sogenannten Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer sind nämlich seit 20 Jahren ohnedies eingefroren und haben in dieser Zeit bereits 40 % Kaufkraft verloren, da sie nicht der Inflationsrate angepasst wurden.

Die neuerliche Kürzung, die ihre eigenen Pensionen "sichern" soll, trifft viele sogenannte "Einbeinige" die nur diese Kammerpension haben, existentiell!
Die Aufregung unter den Wiener Pensionisten ist dementsprechend groß!

Dass diese "Pensionssicherungs"-Kürzung in keinem anderen Bundesland Österreichs durchgeführt wird wirft ein Licht auf den Wiener Fonds und die Entsolidarisierung der Kollegenschaft. In anderen Bundesländern werden die Pensionen selbstverständlich valorisiert.

Der sogenannte Wohlfahrtsfonds der Wiener Kammer wurde 1951 als Pflichtversicherung den Wiener Ärzten angedient. Er wurde als reines Umlageverfahren gegründet und bestand nur aus einem Sammelkonto. Bis 1971 gibt es darüber keine Aufzeichnungen und es wurden auch Pensionen an Ärzte ausbezahlt die kriegsbedingt wenig eingezahlt hatten.

Nun wird behauptet, dass die Pensionen versicherungsmathematisch nicht gedeckt sind.

Der Wirtschaftsbericht des Wohlfahrtsfonds spricht für 2003 allerdings von 13 Millionen Euro Überschuss.

Die alten Pensionisten der Aufbaugeneration, die wahrlich keine Reichtümer ansammeln konnten, sollen jetzt von ihren Nachfolgern gekürzt werden.

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