Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Österreich (SWV): Börsegang der Post schadet dem Wirtschaftsstandort

Matznetter verweist auf weitere Verschlechterungen für regionale Betriebe

Wien (OTS) - Völlig unbegreiflich ist die heutige Reaktion von ÖVP-Wirtschaftsbund Generalsekretär Karl-Heinz Kopf zu den dilettantischen Versuchen der Bundesregierung Schüssel möglichst alles zu verkaufen, was nicht niet- und nagelfest ist, bevor die österreichische Bevölkerung bei den bevorstehenden Nationalratswahlen auch über die Postprivatisierung abgestimmt hat, so die Reaktion von SWV-Präsident Christoph Matznetter.

Faktum ist: Entweder man versteht eine flächendeckende Vollversorgung als Dienstleistung für den Wirtschaftsstandort Österreich - in diesem Fall wird es Aufgabe der Politik sein, dafür zu sorgen, dass ungeachtet der Besiedelungsdichte im gesamten Bundesgebiet eine hochqualitative Bereitstellung von Postleistungen zu niedrigen Preisen erfolgt -, oder man versteht die Post als irgendein Unternehmen, dass darauf ausgerichtet ist, einen möglichst hohen Ertrag für die Aktionäre zu erbringen. Im letzteren Fall wird die hochqualitative Dienstleistung zu niedrigen Preisen vielleicht gerade mal in Ballungsräumen zur Verfügung stehen, in den dünner besiedelten Regionen werden Menschen und Betriebe jedoch keine bzw. eine schlechtere Versorgung und dies auch noch zu höheren Preisen zu erwarten haben. Es gibt nur die Möglichkeit entweder Shareholder oder Steakholder Value.

"Die Klein- und Mittelbetriebe in den Regionen brauchen eine flächendeckende Vollversorgung mit Postdienstleistungen in hoher Qualität und zu günstigen Preisen. Diesem Auftrag wird die Post nach einem allfälligen Börsegang nicht mehr gerecht werden können, denn die Interessen richten sich dann ausschließlich nach den Wünschen der Spekulanten und der internationalen Finanzinstitutionen. Die zu erwartenden Folgen sind, dass weitere Postämter in den Regionen geschlossen werden, was nichts anderes heißt, als noch schlechtere Versorgung zu noch höheren Preisen", betonte Matznetter.

"Jeder Vertreter der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) muss dafür kämpfen, dass alle Unternehmen eine flächendeckend gute Infrastruktur zu niedrigen Preisen nützen können. Ich verstehe nicht, wie nun Generalsekretär Kopf, einer der führenden Wirtschaftsvertreter der ÖVP, sich zum Anwalt des internationalen Finanzkapitals machen kann. Wir sollten uns doch gemeinsam für die Interessen der österreichischen KMU in den Regionen einsetzen ", so Matznetter.

Im Interesse der regionalen Wirtschaft und des gesamten Wirtschaftsstandortes kann es laut Matznetter nur eine Lösung geben:
Zuerst eine flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen gewährleisten und sicherstellen, bevor überhaupt darüber nachgedacht wird, an die Börse zu gehen. "Herr Kollege Kopf, Ihre Politik schadet den Klein- und Mittelbetrieben in den Regionen, die schon heute ums Überleben kämpfen", schloss Matznetter.

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