Grünewald: Fehlender Uni-Kollektivvertrag vertreibt ForscherInnen von Uni

Nur attraktiver Kollektivvertrag ermöglicht Perspektiven für junge ForscherInnen

Wien (OTS) - "Unterschiedlichste Beschäftigungsverhältnisse und zunehmend unattraktive Arbeitsbedingungen, verstärkt durch budgetbedingte Sparmaßnahmen im Personalbereich der Universitäten bieten Universitätsbediensteten und dem wissenschaftlichen Nachwuchs keine zukunftsweisenden Perspektiven", analysiert der Wissenschaftssprecher der Grünen die derzeitige Situation. "So riskiert man die Zerstörung einer ganzen Generation zukünftiger ForscherInnen", kritisiert Grünewald das Fehlen von Kollektivverträgen, die den Erfordernissen eines Forschungs- und Lehrbetriebes an den Universitäten Rechnung tragen.

"Regierung und Ministerium wissen nur zu genau, dass notwendige Mittel für die Nachwuchsförderung fehlen und der Stellenplan der Universitäten verglichen mit der internationalen Konkurrenz dürr ist. Wenn unter dieser Budgetknappheit vom Dachverband der Universitäten ein Vorschlag für einen Kollektivvertrag ausgearbeitet wird, so spiegelt dieser nichts als die Angst vor baldiger Unfinanzierbarkeit wieder und bietet keinerlei Ermutigung, sich auf das Risiko einer ForscherInnenlaufbahn einzulassen" warnt Grünewald.

Kollektivverträge müssen Anreiz bieten und versuchen Nachwuchs zu gewinnen und dürfen nicht dazu dienen, diesen ans Ausland und in die Wirtschaft zu verlieren. Die Kosten dafür sind zu eruieren und dann auch von Regierung und Ministerium einzufordern. "Weltklasse an Universitäten kann nicht durch Sozialdumping der dort Tätigen erreicht werden und der Dachverband der Universitäten ist gut beraten, Ministerin Gehrer auf die nachhaltigen Folgen dieses Spardiktates hinzuweisen", fordert Grünewald, der sich für die Entwicklung zeitgemäßer, bundeseinheitlicher Karrieremodelle an Universitäten stark macht.

"Wenn es keinen attraktiven Kollektivvertrag gibt, wird es in absehbarer Zeit eine völlig heterogene Anstellungslandschaft an den Unis geben. Jede Universität wird nach Maßgabe ihres Budgets ihren eigenen Weg suchen. "Sollen wirklich lokale Budgets, die Einsicht, das Verhandlungsgeschick einzelner Rektoren und die Durchsetzungskraft lokaler Betriebsräte über die Zukunft der Forschenden und österreichischer Universitäten entscheiden? Die Bundesregierung muss sofort alle Maßnahmen setzten, um den Abschluss bundeseinheitlicher Kollektivverträge für Universitätsbedienstete zu ermöglichen und nicht zu unterlaufende Mindeststandards festzuschreiben, die den vielfältigen Aufgaben der Universitäten auch gerecht werden" so Grünewald.

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