Parnigoni: Kriminalitätsstatistik 2005 ist Lehrbeispiel für Schwindel

"Nicht Mogeln und Schönfärben, Frau Minister!"

Wien (SK) - Als "Lehrbeispiel für Schwindel und Schönfärberei" bezeichnete Mittwoch der Vorsitzende des parlamentarischen Innenausschusses, SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni die von Innenministerin Prokop präsentierte Kriminalitätsstatistik 2005: "Die Berechnungsgrundlagen für die Erstellung der Statistik zu ändern, um danach jubeln zu können, ist nicht nur schlechter politischer Stil, die offiziellen Zahlen werden wissentlich geschönt - man hält damit die Öffentlichkeit am Schmäh." ****

Während z.B. Fahrraddiebstähle im Gegensatz zu 2004 überhaupt nicht mehr in die Statistik aufgenommen werden, so Parnigoni, werden neuerdings mehrere Delikte eines Täters zu einem Einzigen zusammengefasst. Möglicherweise wurden auch weitere Deliktsgruppen aus der Statistik genommen, unterstreicht der SPÖ-Sicherheitssprecher gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Wie weit Wahrheit und Wirklichkeit auseinander sind, unterstreicht Parnigoni am Beispiel der Ladendiebstähle: Von lediglich 23.000 Fällen jährlich berichtete kürzlich das Innenministerium plus einer geschätzten Dunkelziffer von etwa 7.000 Ladendiebstählen. Was sagt die Wirtschaft: "Das stimmt nicht", sagt Peter Pokorny, Präsident des Schutzverbandes gegen Wirtschaftskriminalität. "Ein Großteil wird nicht mehr angezeigt, weil es sowieso keinen Sinn macht und vor Gericht wegen Geringfügigkeit eingestellt wird."

"Auch die Personalvertreter wissen, wovon sie sprechen: Wenn sie weniger Personal auf der Straße habe, habe sie auch weniger Möglichkeiten, Straftäter auf frischer Tat zu stellen. Nicht 500 Polizisten mehr seien draußen auf der Straße, um für Recht und Ordnung zu sorgen, sondern um 1.000 weniger", erläutert Parnigoni.

Im übrigen, so der SPÖ-Sicherheitssprecher abschließend, sei die Zahl der Delikte im Vergleich zu 1999, als die SPÖ noch die Verantwortung für das Innenressort hatte, von 493.246 Fälle um 22,75 Prozent auf 605.272 im Jahr 2005 gestiegen: "Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 51,36 Prozent auf 39,6 Prozent gesunken." (Schluss) cs/mp

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