Tumpel lehnt Post-Verkauf strikt ab

Versorgung wird erschwert und ein geringer Verkaufserlös ist vorprogrammiert

Wien (OTS) - Einen sofortigen Stopp der Privatisierungspläne für die Post fordert AK Präsident Herbert Tumpel. "International sind nur wenige Postunternehmen teilprivatisiert", sagt Tumpel, "in den meisten Ländern ist die Post zu 100 Prozent staatlich, selbst in den USA." In ganz Europa sind nur zwei Postunternehmen an der Börse, Niederlande und Deutschland, die auch nach etlichen Börse-Jahren noch kaum ihren Aktien-Ausgabekurs erreicht haben. Dadurch fehlen internationale Vergleichsmöglichkeiten. Zudem wird auf europäischer Ebene erst in ein paar Jahren entschieden, ob es zu einer völligen Liberalisierung kommt. "All das sind Punkte, die Unsicherheit für die Anleger bedeuten und damit den Aktienpreis drücken würden", sagt Tumpel, "damit wird die Post zu einem Schnäppchen für internationale Investoren."

Der Verkaufserlös wird daher sicher wesentlich geringer ausfallen, als sich dass der Finanzminister vorstellt. Der Staat verzichtet dann bei einem viel zu billigen Preis langfristig auf dauerhafte Dividenden. Gleichzeitig hat die Post gar nichts vom Verkaufserlös, den streift nämlich nur der Finanzminister ein. "Die notwendige Expansion und Positionierung der österreichischen Post auf einem europäischen Postmarkt kann damit jedenfalls nicht finanziert werden", sagt Tumpel.

"Ein Postverkauf würde zudem die Schließung weiterer Postämter sowie eine schlechtere Versorgung bedeuten", warnt Tumpel. "Investoren kümmert die Versorgung nicht, Investoren interessieren sich lediglich für Dividenden", sagt der AK Präsident. Weitere Postämterschließungen, der Verlust von Arbeitsplätzen und eine eingeschränkte Versorgung im ländlichen Raum sind daher vorprogrammiert.

Die Regierung handelt verantwortungslos, verschleudert Vermögen der Republik und gefährdet die Versorgung mit Postdienstleistungen. "Wir lehnen daher den Verkauf der österreichischen Post strikt ab", bekräftigt Tumpel, "blinde Privatisierungswut ist keine Alternative zu einer vernünftigen Infrastrukturpolitik."

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