Auf der Rodel in die Notaufnahme

5.600 spitalsreife Rodler gab es allein im Jahr 2004. Mehr als ein Drittel der Unfälle passierte bei Dunkelheit.

Wien (OTS) - Rodeln ist nicht nur eine der lustigsten Wintersportarten, sondern vor allem auch eine der unkompliziertesten - meint man jedenfalls. "Oftmals wird Rodeln als Kinderspiel angesehen", berichtet Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (Vormals:
Institut Sicher Leben). "Immer wieder werden Hänge gewählt, die man sich auf Schiern niemals hinuntertrauen würde." Diese Tatsache führt, genauso wie das Fahren auf zweifelhaften Geräten und die beliebten Nachtfahrten häufig zu Unfällen, wie die Unfallstatistik zeigt.

Rund 5.600 verletzte Rodler - Spitzenreiter (der Statistik): Männer zwischen 20 und 35

Jedes Jahr gibt es schwer verletzte Rodler und Bobfahrer. Im Jahr 2004 führte die Rodelpartie rund 5.600 Personen ins Krankenhaus. Im Dezember 2005 ging die Fahrt für einen 28-jährigen Mann sogar tödlich aus. Fast die Hälfte aller Verletzten (48%) zog sich Knochenbrüche zu, 11 Prozent erlitten Muskel- und Sehnenverletzungen. Besonders oft verletzen sich Männer zwischen 20 und 35 Jahren: Sie machten im Jahr 2004 rund 40 Prozent aller Verletzten aus. 39 Prozent aller Unfälle ereigneten sich nach 19 Uhr. Nach einem gemütlichen, feucht-fröhlichen Hüttenerlebnis steigen viele gern auf die Rodel. Der Alkoholeinfluss, die nächtlichen Sichtverhältnisse und die eventuelle Überladung der Schlitten durch zu viele Leute lassen viele Fahrten mit Verletzungen enden. Aber auch bei Tageslicht sollte man die Strecke sorgfältig wählen. Forststraßen oder schneebedeckte Straßen bergen einige Gefahren in sich. Im Jahr 2004 verunglückten 27 Prozent der verletzten Rodler durch einen Zusammenstöße mit einer Personen oder Gegenständen wie etwa Bäumen, Zäunen oder Pfosten.

Die Rodel unter Kontrolle halten: Das richtige Gerät

Häufig passieren Rodel-Unfälle, wenn das eigene Brems- und Steuervermögen überschätzt wird. Besonders gefährlich ist Rodeln am Bauch mit dem Kopf voran. Unfälle durch Zusammenstöße können schwere Folgen haben. Im Jahr 2004 gab es mehr als 400 Rodler mit Kopfverletzungen. Das Brems- und Steuervermögen hängt aber in erster Linie vom Gerät ab. Für Kinder sind vor allem Plastikbobs zu empfehlen, da sie eine Lenk- und Bremseinrichtung haben. Im Notfall kann man sich leicht herausfallen lassen und die Bobs stellen durch das geringe Gewicht keine große Gefahr dar. Der klassische Schlitten liegt in puncto Sicherheit im Mittelfeld. Er kann mit Füßen gelenkt und gebremst werden, wenn es nicht zu eisig ist. Unfallgefahr besteht jedoch in Kurven. Durch das harte Gestell und die Kufen kann man sich Schnittverletzungen zuziehen. Besondere Vorsicht ist bei aufblasbaren Rodeln geboten. Sie erreichen eine hohe Geschwindigkeit, da die große Auflagefläche kaum in den Schnee eintaucht. Sie haben keine Rillen -und somit keine Spurführung. Kommt das Gerät ins Drehen, was durchaus vorkommt, ist das Steuern unmöglich. Nicht vorhanden: eine Bremseinrichtung. "Diese Geräte stellen eine große Gefahr, vor allem für Kinder, dar. Sie erreichen eine hohe Geschwindigkeit, Lenk- und Bremsmanöver sind aber vor allem bei runden Modellen durch den meist fehlenden Bodenkontakt von Händen und Füßen unmöglich", warnt Kisser. "Diese Geräte sind nach dem Produktsicherheitsgesetz als gefährlich einzustufen und sollten aus dem Verkehr gezogen werden."

Was man sonst noch beachten sollte

Rodeln sollte man nur auf dafür vorgesehenen Hängen und mit der richtigen Ausrüstung wie festen Schuhen, warmer Kleidung und Handschuhen. Helme sind besonders für Kinder sinnvoll. Außerdem sollte man die Geschwindigkeit immer dem eigenen Können und den Wetterverhältnissen anpassen. Auf allen Varianten von Rodelgeräten sollte man immer aufrecht sitzen und talwärts sehen. Wenn mehrere hintereinander rodeln, heißt es: Abstand halten.

Wien, 11. Jänner 2006

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Mag. Katharina Kaschel
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