"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Erbsenzähler" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 11.01.2006

Wien (OTS) - Vor knapp zehn Jahren stand die Creditanstalt zur Privatisierung aus Staatsbesitz an. Nicht einmal eine Milliarde Euro haben damals die Erbsenzähler im Vorstand der ErsteBank geboten. Den Zuschlag hat dann die BankAustria für rund 1,2 Milliarden Euro bekommen.
Vergleicht man diesen Betrag mit den 3,7 Milliarden, die die ErsteBank jetzt für einen Anteil von 62 Prozent an der rumänischen Bank BCR bezahlt, dann sagt das fast alles über das gigantische Hochlizitieren der Kurse in den letzten Jahren.
Ob sich der Kauf auch zu diesem Preis wirklich gelohnt hat, wird man erst nach Jahren wissen. Derzeit verdienen die österreichischen Banken und Versicherungen jedenfalls blendend an ihren zahlreichen Töchtern in den zentral- und osteuropäischen Ländern.
Hätte man in der Chefetage der "Ersten" auch schon vor zehn Jahren weiter als bis knapp vor die eigene Haustür gedacht, wäre Österreich der Ausverkauf der größten Geldinstitute erspart geblieben. So aber gehört die BankAustria-Creditanstalt-Gruppe heute der italienischen Unicredit, und die Bosse aus Mailand nehmen das einstige Flaggschiff der heimischen Bankenszene gerade fest an die geschäftspolitische Kandare.

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