Niederwieser zu Gehrer: Reformstau in Österreich verheißt nichts Gutes für europäische Vorhaben

SPÖ will von den Besten Europas lernen

Wien (SK) - "Die Vorhaben Ministerin Gehrers im Bereich Bildung
für die EU-Präsidentschaft erinnern mich an die Reformpackerln der letzten Zeit. Die Maßnahmen sind nicht falsch, aber halbherzig und wenig ambitioniert", kommentierte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ die heutigen Aussagen von Bildungsministerin Gehrer. Die SPÖ verschließe im Gegensatz zur ÖVP nicht die Augen vor europäischen Erfolgsmodellen und internationalen Entwicklungen, sondern wolle von den Besten lernen, so Niederwieser, für den es untragbar ist, dass Gehrer die aktuelle Studie für die EU-Kommission, in der Österreich die Gemeinsame Schule empfohlen wird, nicht kennen will. ****

Bisher hätten Schüssel und Gehrer nicht viel mit europäischen Erfahrungen und EU-Modellen für ein erfolgreiches Bildungswesen am Hut gehabt. Sämtliche internationale Warnungen und Empfehlungen -zuletzt eine aktuelle Studie für die EU-Kommission, die Österreich ein Abgehen vom stark differenzierten Schulsystem und die Entwicklung einer Gemeinsamen Schule empfiehlt - würden von Kanzler und Ministerin in den Wind geschlagen. "Kein Ruhmesblatt" ist laut Niederwieser die heutige Erklärung Gehrers, die Studie nicht zu kennen, und die Versuche, deren Ergebnisse umzuinterpretieren. "Derartige Realitätsverweigerung macht weder national noch international einen guten Eindruck", so der SPÖ-Bildungssprecher.

Im Gegensatz zur ÖVP sei die SPÖ nicht nur bereit, von den Besten Europas zu lernen und schulische EU-Erfolgsmodelle auch auf Österreich umzulegen, sondern auch dazu entschlossen, das österreichische Bildungssystem wieder selbst zu einem Vorzeigemodell zu machen. "Mit der Fremdsprache ab der Volksschule oder der flexiblen Schuleingangsphase waren wir vor rund 10 Jahren durchaus führend. Jetzt sind neue Aufgaben zu erledigen: Die Frühförderung mit einer neuen Qualität im Kindergarten, der massive Ausbau des ganztägigen Angebotes und Modelle für eine Vollzeitberufsschule dort, wo Lehrstellen fehlen, sind solche Aufgaben. In der Weiterbildung müssen wir das Modell der Bildungskarenz ausbauen und neue Finanzierungswege gehen, wie z.B. das SP-Modell der Bildungsprämie."

"Derzeit wird sich von unserem heimischen Bildungsmodell kaum ein EU-Land eine Scheibe abschneiden wollen. Wir wollen das wieder ändern", betonte Niederwieser abschließend. (Schluss) cs

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