Neues Volksblatt: "Hoffnung" (von Manfred Maurer)

Ausgabe vom 10. Jänner 2006

Linz (OTS) - Nichts ist einfacher, als gegen die EU zu
polemisieren. Wenn Kommissare in Wien von einem Sicherheitsheer abgeschirmt vorfahren, dann wirkt das rein optisch wie ein Hohn auf das aus aller Politiker Münder tönenende Versprechen der Bürgernähe. Doch was ist die Alternative? Physisch gelebte Bürgernähe ist in Terrorzeiten wie diesen eine Einladung an Wahnsinnige!
Weil aber Bilder wie die von den abgeschotteten Kommissaren ihre negative Wirkung kaum verfehlen werden, ist Wolfgang Schüssels Hoffnung auf einen Klimawandel ein frommer
Wunsch. Denn selbst wenn geschieht, was Schüssel fordert, nämlich auf die Sorgen der Bürger einzugehen, bedeutet das nicht, dass die derart Umsorgten das auch erkennen. Um Arbeitsplätze und Wachstum soll es gehen, sagen alle. Dabei geht es schon lange darum. Ziemlich erfolgreich sogar, wenn auch nicht erfolgreich genug: Man möge sich nur ausmalen, um wieviel weniger Wachstum (und damit Arbeitsplätze) es ohne Deregulierung und EU-Erweiterung gäbe. Dennoch werden diese Projekte immer weniger als Hoffnung und Chance gesehen. Mitverantwortlich dafür ist jeder Politiker und Journalist, der die EU als Vehikel für billige Polemik missbraucht.

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