Grillitsch fordert nachhaltige Energiezukunft Österreichs

Nach Gas-Streit Befreiung vom Gängelband der Fossilen - Ökostromnovelle erster Schritt

Wien (AIZ) - "Die Anforderungen an eine moderne Energiepolitik
sind heute sehr hoch. Sie soll wirtschaftlich effizient, möglichst umweltverträglich und natürlich auch sozial verträglich sein. Dazu sollte noch die heimische Versorgung langfristig und nachhaltig abgesichert werden. Vor diesen Herausforderungen stehen wir auch in Österreich. Um einen solchen Weg in eine nachhaltige Energiezukunft gehen zu können, ist es notwendig, sich vom Gängelband der Fossilen zu befreien und verstärkt auf heimische erneuerbare Energieträger zu setzen. Das hat gerade der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine gezeigt." Das sagte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch laut einer Aussendung bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, dem Präsidenten des Ökosozialen Forums Österreich.

"Österreich ist gerade im Bereich der erneuerbaren Energieträger ein Vorreiter in Europa. Diese starke Position gilt es jetzt weiter auszubauen. Denn hier geht es um regionale Wertschöpfung und um Tausende Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum", so Grillitsch. Alleine der Ökostrom-Markt bietet ein Wertschöpfungspotenzial von über einer Milliarde Euro pro Jahr und Jobs für rund 17.000 Menschen. "Deshalb war die Novelle des Ökostromgesetzes, mit der das Ziel für 2010 von sieben auf zehn Prozent erhöht wurde, ein erster Schritt in die richtige Richtung. Bei Erreichen dieses 10%-Zieles können 350.000 heimische Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Für diesen Zukunftsmarkt stehen finanzielle Fördermittel von rund EUR 1 Mrd. zur Verfügung. Davon können alleine für die Bereiche Biomasse und Biogas rund EUR 650 Mio. verwendet werden.

Kritik an Grünen

"Diese Novelle ist ein schwieriger, aber notwendiger Kompromiss gewesen. Das Thema ist zu wichtig, um es für irgendwelche parteipolitischen Spielchen zu missbrauchen. Schließlich geht es auch darum, den Anlagenbetreibern Planungssicherheit bieten zu können", übte Grillitsch vor allem an den Grünen Kritik: "Die fordern auf der einen Seite Ökostrom, Ökostrom und noch einmal Ökostrom. Auf der anderen Seite gibt es im Burgenland grüne Bürgerinitiativen, die gegen Windenergie auftreten, in Lambach hat eine grüne Bürgerinitiative die Wasserkraft bekämpft und in Tirol sind jetzt die Wasserkraftwerke die Feindbilder der Grünen. Diese Hü-Hott-Politik ist für Normalsterbliche nicht mehr nachvollziehbar."

Gerade die Landwirtschaft hat ein enormes Interesse am Ausbau der erneuerbaren Energieträger im Bereich Strom, Wärme und Treibstoff. "Hier werden die Potenziale derzeit noch nicht voll ausgeschöpft", so Grillitsch. So kann eine Biogasanlage mit einer durchschnittlichen Leistung von 250 kW rund 500 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Derzeit sind 160 zur Ökostromproduktion geeignete Biogasanlagen von knapp 300 genehmigten errichtet. Die Biogaseinspeisung ins öffentliche Gasnetz läuft derzeit in Pilotprojekten in Nieder- und Oberösterreich. "Klar ist, dass die technische Machbarkeit gegeben sein muss. Um diese voranzutreiben, fordern wir zumindest fünf weitere Pilotanlagen", sagte der Bauernbundpräsident. "Das Setzen auf Biomasse und Biogas zahlt sich eindeutig aus. Schließlich ist der Beschäftigungseffekt bei Biogas sieben Mal so hoch wie jener bei Windkraft, bei Biomasse sogar neun Mal so hoch." Grillitsch forderte daher wirtschaftlich tragfähige Einspeisetarife vergleichbar mit jenen beim Ökostrom sowie eine vernünftige Beimischungsregelung.

Der Bauernbundpräsident sieht auch im Bereich der festen Biomasse große Potenziale. "Der jährliche Zuwachs in Österreichs Wäldern beträgt 27 Mio. Festmeter. Genutzt werden davon nur 19 Mio. Mit den verbleibenden 8 Mio. Festmetern, die uns buchstäblich beim Fenster herein wachsen, könnten zusätzlich 3.000 GWh Strom aus fester Biomasse erzeugt werden, das entspricht über 200 Biomasseanlagen oder 6% der Stromabgabemenge", so Grillitsch.

Investitionen für Umstieg auf Holzheizungen fördern

Im Bereich Wärme bieten sich Pellets und Hackschnitzel als kostengünstige Alternative zu Heizöl an. "Da derzeit vor allem die hohen Investitionskosten von EUR 10.000,- bis 15.000,- die größte Umstiegshürde darstellen, fordert der Bauernbund eine entsprechende Investitionsförderung für den Umstieg von Öl- auf Holzheizungen."

Abschließend begrüßte Grillitsch die Ankündigung von Umweltminister Josef Pröll, das Thema Erneuerbare Energieträger in der Zeit der österreichischen EU-Präsidentschaft offensiv zu diskutieren und einen "Biomasse-Aktionsplan" bereits auf die Tagesordnung des nächsten Ratstreffens am 23. und 24.01. zu setzen. (Schluss)

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