Toifl: Gewerbe und Handwerk weiterhin Jobmotor No.1!

Betrieben angesichts der Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten unter die Arme greifen - Maßnahmen im steuerlichen Bereich gefordert

Wien (PWK005) - Als "Weltkonzern" innerhalb Österreichs "mit mehr als 70.000 Führungskräften und über 600.000 Mitarbeitern", titulierte heute, Montag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, seine Sparte. Es zeige sich, dass sich das Gewerbe und Handwerk zum wiederholten Male als Jobmotor und Beschäftigungsstabilisator präsentiert und 2005 einen Zuwachs von 7.200 Arbeitsplätzen verzeichnete.

Kritik äußerte Toifl am Usus, die KMU-Politik als wesentliche Größe zu betiteln, schlussendlich aber keine Wirtschaftspolitik für die kleinen und mittleren Unternehmen zu betreiben. Das äußere sich u.a. daran, dass seit 1999 die öffentlichen Aufträge stetig zurückgehen: "Das Bundesbeschaffungsgesetz ist den KMU nicht dienlich", so der Gewerbeobmann. Auch auf europäischer Ebene spreche man gerne von KMU-Politik, wenn es aber um die konkrete Ausgestaltung von Richtlinien gehe, werde auf die kleinen gerne vergessen. Bestes Beispiel, so Toifl, die Chemikalienrichtlinie Reach, in deren Verhandlungen KMU eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

Für 2006 wünscht sich der Gewerbe-Obmann drei Punkte: Die Schaffung einer Investitionszuwachs-Prämie neu, eine steuerliche Absetzbarkeit von Handwerksleistungen an Private sowie eine Mehrwertsteuerreduktion für arbeitsintensive Dienstleistungen. "Alle drei Maßnahmen sind dazu gut, wesentliche Auswirkungen auf Nachfrage und Arbeitsmarkt zu haben", so Toifl.

Angesichts der angespannten Situation am Arbeitsmarkt gelte es aber auch das Augenmerk auf das AMS zu wenden: "Aus den aktuellen Zahlen des WIFO und des AMS wissen wir, dass sich die Situation im Handel und im Tourismus weiter verschärft hat und verschärfen wird. Auch wenn aktuell die Erhebungen noch keine drastische Verschlechterung der Situation zeigen, ist zu erwarten, dass gerade auch am Arbeitsmarkt Effekte in den Folgemonaten durchschlagen können und wahrscheinlich werden", skizzierte Toifl die Situation.

Vor diesem Hintergrund plädiert der Gewerbeobmann für ein Umdenken in der Arbeitsmarktpolitik: "Ich denke, dass wir in Österreich Beschäftigungsanreize verstärken sollen. Darunter fallen etwa Eingliederungsbeihilfen. Der Kombilohn, der ab Februar umgesetzt wird, ist noch nicht Teil dieser Studie. Wir erhoffen uns aber davon positive Impulse. Um in der Arbeitsmarktpolitik effektiver agieren zu können, muss der Teil der Beschäftigungsanreize verstärkt werden. Aus- und Weiterbildung soll dort stattfinden, wo sie von jeher ihren Platz hat, nämlich in der Schule und entsprechend nachgelagerten Institutionen um Spielraum für effiziente Wiedereinstiegsmaßnahmen zu haben", so Toifl.

In Zahlen präsentierte sich das Gewerbe und Handwerk folgendermaßen: Die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria für das IV. Quartal 2005 zeigen eine stabile Entwicklung im österreichischen Gewerbe und Hand¬werk. Die Geschäftslage wird etwas besser beurteilt als im IV. Quartal 2004 und die Be¬schäftigtenzahl (Durchschnitt Jänner bis November) ist um 1,2 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Trend aus den letzten Quartalen wird damit bestätigt, berichtete Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung.

In den investitionsgüternahen Branchen liegt der durchschnittliche Auftragsbestand auf dem Niveau des Vorjahres. Die private Nachfrage ist leicht gestiegen (+0,2 %), die Aufträge der öffentlichen Hand gingen weiter zurück (-2 %). Im konsumnahen Bereich melden per Saldo zwar immer noch mehr Unternehmen Umsatzrückgänge als Umsatzsteigerungen, die Entwicklung ist jedoch auch hier insgesamt annähernd stabil.

Vom Gesamtauftragsbestand der investitionsgüternahen Gewerbe- und Handwerksbranchen ent¬fielen im IV. Quartal 2005 im Durchschnitt rd. 1,4 Wochen bzw. 12,5 % auf öffentliche Aufträge. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres entspricht dies einem Minus von 2 %, das aus dem Rückgang der öffentlichen Aufträge im Sektor "Chemie/Kunststoff" sowie in den baunahen Branchen resultiert.

81 % der Gewerbe- und Handwerksbetriebe werden den Beschäftigtenstand in den kommenden Monaten halten. 7 % der Betriebe beabsichtigen, Personal einzustellen und 12 % befürchten, den Beschäftigtenstand reduzieren zu müssen. Die insgesamt geplante Verringerung des Personalstands im Zeitraum Jänner bis März 2006 (-3 %) liegt damit unter jener des Vorjahres ( 4,5 %).

Die Erwartungen für das I. Quartal 2006 sind in den investitionsgüternahen Branchen gedämpft, im konsumnahen Bereich aber günstiger als im Vorjahr. Nennenswerte Auswirkungen auf die Beschäftigtensituation sind nicht zu erwarten. (us)

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