SP-Haider: Mehr vollwertige Jobs für Frauen!

Überwiegend Frauen werden gegen ihren Willen vom Vollerwerb in atypische Arbeitsverhältnisse gedrängt.

Linz (OTS) - Die ÖVP wird zum Jahresanfang nicht müde, sich ihrer "sozialen Verantwortung für Österreich" zu rühmen. Der Negativrekord in der Arbeitslosenstatistik für Dezember 2005 mit 44.000 OberösterreicherInnen ohne Job zeigt die Realität. Wirtschaftslandesrat Sigl versucht, das mit der Jubelmeldung schön zu reden, in Oberösterreich sei ein Rekord an neuen Jobs zu verzeichnen. "Tatsache ist, dass neue Arbeitsplätze fast ausschließlich im Bereich der sogenannten atypischen (und schlecht bezahlten) Arbeitsverhältnisse entstanden sind. Das sind nicht nur Teilzeitjobs, sondern auch immer mehr geringfügige Beschäftigung, Leih- und Zeitarbeit. Betroffen davon sind zum überwiegenden Teil Frauen, die nicht immer freiwillig in diese Arbeitsverhältnisse gedrängt werden und dadurch zusehends in die Armut abrutschen", stellt SPÖ-Landesparteivorsitzender Erich Haider richtig. "Frauen brauchen familienfreundliche Jobs, von denen sie aber auch leben können!"

So schaut’s aus: Zu Jahresende 2005 wurde nicht nur ein trauriger Arbeitslosenrekord in der 2. Republik, sondern auch ein Höchststand bei den geringfügig Beschäftigten erreicht. Von den 233.000 Arbeitnehmern, die erhebliche sozialrechtliche Benachteiligungen in Kauf nehmen müssen, sind 70 Prozent Frauen. Auch 60 Prozent der freien Dienstnehmerverträge auf Geringfügigkeitsbasis werden von Frauen unterzeichnet. Für sie gibt es z.B. bei Schwangerschaft statt einem Wochengeld eine Fixpauschale von 7,30 Euro pro Tag, also 219 Euro pro Monat. Kein Wunder, dass bei diesen Frauen die Armutsbetroffenheit in den letzten fünf Jahren am weitaus stärksten zugenommen hat.

Laut Bericht zur sozialen Lage 2005 des Sozialministeriums wächst die Armut in Österreich in den letzten Jahren deutlich. 460.000 Menschen, davon mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche, sind derzeit in Österreich von Armut akut betroffen.Sie haben im Monat weniger als 785 Euro zur Verfügung, die meisten davon viel weniger. Insgesamt gilt schon eine Million Menschen als armutsgefährdet. Bei den Alleinerziehenden ist es bereits ein Drittel.
Die Bundesregierung steht der wachsenden Armut genauso tatenlos und hilflos gegenüber wie der Arbeitslosigkeit.

Teilzeitarbeit, so Haider, sei dann positiv, wenn sie den Wünschen der Betroffenen entspricht. "Viele Frauen werden aber gegen ihren Willen vom Vollerwerb in atypische Arbeitsverhältnisse gedrängt, nicht zuletzt, weil damit Sozialbestimmungen unterlaufen werden sollen. Das muss unterbunden werden!", fordert Haider.

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