Glawischnig: EU-Kommissar Piebalgs vertritt einseitig die Interessen der Atomlobby

Schüssel muss EU-Vorsitz für europäischen Atomausstieg nutzen - Reform von Euratom-Vetrag nötiger denn je

Wien (OTS) - "Der EU-Kommissar für Energie, Andris Piebalgs, erweist sich in negativem Sinne als würdiger Nachfolger von Loyola de Palacio. Auch er ist ein Atomkommissar", übt die stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, scharfe Kritik an den Aussagen Piebalgs´, dass die Forcierung der Kernenergie mindestens auf jetzigem Niveau bleiben solle. "Piebalgs vertritt einseitig die Interessen der Atomlobby, aber nicht die Interessen der Mehrheit der EU-Staaten", so Glawischnig.
Faktum sei, dass die große Mehrheit der Mitgliedsstaaten gar keine AKW betrieben oder den Ausstieg beschlossen hätten. Nur acht von 25 EU-Staaten hielten an der Nutzung der Atomkraft fest. "Atomkraft hat keine Zukunft. Erstens ist das Risiko von schweren Unfällen viel zu groß. Gerade im Jahr 2006 jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum zwanzigsten Mal. Zweitens ist das Problem der Atommüll-Lagerung weiterhin ungelöst und drittens sind auch die Uran-Vorkommen begrenzt und liegen zudem zu großen Teilen nicht in Europa", so Glawischnig, und weiter: "Auch im Atom-Bereich wäre eine Abhängigkeit vom Ausland gegeben. Außerdem kann Atomkraft ebenso wenig wie Öl und Gas die Energieversorgung Europas sichern."
"Wir fordern BK Schüssel auf, im Zuge des Ratsvorsitzes den europäischen Atomausstieg zu forcieren. Klares Ziel muss die Reform bzw. Abschaffung des Euratom-Vetrags sein, der unverändert seit fast 50 Jahren die Förderung der Atomindustrie in den EU-Verträgen festschreibt" so Glawischnig, die auch die gestern von der SPÖ vorgeschlagenen Energie-Punkte kritisiert: "Die Forderung zu einem Lückenschluss der 380 kV-Höchstspannungsnetze würde dazu dienen, Atomstrom-Importe nach und durch Österreich zu schleusen", schließt Glawischnig.

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