E-Control: Gasversorgungssicherheit in Österreich wieder auf gewohnt hohem Niveau

Wien (OTS) - Endkunden waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt - Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen hat hervorragend funktioniert - Große Gasspeicher und Flexibilität beim Kraftwerkseinsatz sind optimaler Schutz gegen Versorgungsprobleme in Österreich.

"Trotz der kurzfristig reduzierten Erdgaslieferungen aus Russland war die Versorgung sämtlicher Kunden zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.", stellt der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz, nach dem heute stattgefundenen Energielenkungsbeirat fest.
Seit den Abendstunden des 2. Jänner wird Österreich wieder in vollem Umfang mit Gas aus Russland versorgt. Die am 1. Jänner erfolgte Reduktion der Anlieferung von russischem Erdgas, das über die Ukraine und die Slowakei nach Österreich gelangt, betrug zeitweise bis zu 30%.

Versorgung Österreichs mit Erdgas - Rahmenbedingungen, Ausfallszenarien

Der gesamte Erdgasabsatz Österreichs beträgt rund 8,5 Mrd. m3/Jahr. Der aktuelle Speichervorrat umfasst 2,2 Mrd. m3, was einer Menge von mehr als dem bundesweiten Gasverbrauch in zwei Wintermonaten entspricht.
Berücksichtigt man die Inlandsproduktion sowie Importe aus Norwegen und Deutschland, so kann die Versorgung grundsätzlich für insgesamt mindestens drei Wintermonate gewährleistet werden.
"Bei den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen könnte die Versorgung selbst bei nahezu gänzlichem Lieferausfall aus Russland gewährleistet werden.", betont Walter Boltz.
In Spitzenzeiten, etwa bei extrem tiefen Temperaturen und gleichzeitigem massiven Kraftwerkseinsatz sowie intensiver industrieller Nutzung, müsste bei einem gänzlichen Lieferausfall jedoch mit zeitlich beschränkten Auswirkungen auf die Endversorgung von Gaskraftwerken gerechnet werden.

Einschränkungen der Gaslieferung in anderen europäischen Staaten

Auch in anderen europäischen Staaten (etwa Ungarn, Deutschland, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Italien) kam es zu Minderlieferungen, jedoch wurde in keinem der betroffenen Länder eine Einschränkung der Versorgung der Endkunden mit Erdgas festgestellt.

Erdgaslieferungen aus Russland

"In den fast 40 Jahren, in denen Erdgas aus Russland importiert wird, kam es nie zu einer Situation, in der die Versorgung der österreichischen Kunden ernsthaft gefährdet war.", so Walter Boltz. Und weiter: "Die aktuell eingetretenen Kürzungen von 30% und mehr sind in der Anlieferung von Erdgas auch in der Vergangenheit kurzzeitig (allerdings aus technischen Gründen) aufgetreten. Sie konnten bis jetzt durch die vorhandenen Speichergasmengen und Reserven in der Inlandsproduktion immer ausgeglichen werden."

Lieferausfälle wurden gut bewältigt

Die bis dato in diesem Ausmaß einzigartige Situation konnte durch das Zusammenwirken aller Beteiligten (politische Entscheidungsträger, Marktteilnehmer und Behörden) gut bewältigt werden, sodass es zu keinerlei Einschränkungen bei den Endabnehmern gekommen ist.

Trotzdem wird durch diesen Vorfall die Notwendigkeit bestätigt, auch durch gesetzliche Maßnahmen eine weitere Verbesserung der Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den in Begutachtung befindlichen Entwurf für eine Novelle der einschlägigen Energiegesetze zügig zu beschließen: "Eine rasche Umsetzung der in dem Gesetzesvorhaben vorgeschlagenen Maßnahmen sollte - im Sinne aller Energiekonsumenten - den verantwortlichen Stellen aktuelle und vollständige Informationen zur Verfügung stellen und rasches Agieren im Rahmen klarer gesetzlicher Vorgaben ermöglichen. Natürlich sollte der Gesetzesentwurf vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Tage nochmals auf mögliche Verbesserungen und Ergänzungen hin analysiert werden.", so Walter Boltz.

Zum Thema Versorgungssicherheit hat die E-Control im Auftrag des BMWA im Jahr 2003 auch eine Studie erstellt, die auf der Homepage der E-Control unter www.e-control.at verfügbar ist.

GWG und EnLG - das steht in der Novelle

Mit der in Begutachtung befindlichen Novelle zum Gaswirtschaftsgesetz (GWG) und Energielenkungsgesetz (EnLG) erfolgen weitere wesentliche Verbesserungen für das Krisenmanagement. Im GWG werden die Marktteilnehmer zur verstärkten Datenübermittlung an den Regelzonenführer verpflichtet, der damit in die Lage versetzt wird, das Kapazitätsmanagement zu optimieren. Etwaige Engpässe können so rasch erkannt werden.

Im Entwurf zum EnLG wird die Vorbereitung und Koordinierung von Lenkungsmaßnahmen der E-Control übertragen. Die operative Durchführung der Maßnahmen obliegt den Regelzonenführer unter Einbindung aller Marktteilnehmer. Die E-Control hat darüber hinaus -ebenso wie im Strombereich - ein Monitoring der Versorgungssicherheit durchzuführen, wobei auch hier die Marktteilnehmer zur Zusammenarbeit verpflichtet sind.

Hinsichtlich der Lenkungsmaßnahmen, die seitens des BMWA ergriffen werden können, erfolgt nun wie bereits im Strombereich eine maßgeschneiderte Lösung für die Sicherstellung der Erdgasversorgung. Als Lenkungsmaßnahmen kann der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Anweisungen an Erdgasunternehmen über die Produktion, den Transport, die Fernleitung, die Speicherung und den Handel von Erdgas erteilen, weiters Verfügungen an Endverbraucher über die Zuteilung, Entnahme und die Verwendung von Erdgas treffen sowie Regelungen über den Import und Export von Erdgas treffen.

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Mag. Bettina Ometzberger
Tel.: 01-24 7 24-202

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