Bartenstein: Vollversorgung mit Gas in Österreich wieder hergestellt

Sitzung des Energielenkungsbeirates im Wirtschaftsministerium - Management aller Beteiligten hat funktioniert

Wien (BMWA/OTS) - Bei der heutigen Sitzung des Energielenkungsbeirates im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wurden die Liefereinschränkungen von russischem Erdgas vom 1. und 2. Jänner 2006 erörtert und ein Bericht über die Versorgungssicherheit in Österreich präsentiert. "Die Analyse zeigt, dass die Versorgung von Haushalten und Industrie zu keinem Zeitpunkt gefährdet war", sagt Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, "Das Management funktionierte nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch in Österreich ausgezeichnet." Die Vollversorgung ist zudem wieder hergestellt. Für die Zukunft gelte es, in Europa und in Österreich mehr Investitionen für die Sicherheit und die Diversifizierung der Energieversorgung zu setzen. "Wir werden auf europäischer Ebene die entsprechenden politischen Schwerpunkte setzen und auf österreichischer Ebene die rechtlichen Grundlagen weiter verbessern" kündigt Minister Bartenstein an. ***

Der Bericht zur Lage der Versorgungssicherheit mit Gas in Österreich wurde vom Regulator, der Energie Control GmbH, dem Regelzonenführers für die Regelzone Ost, der AGGM - Austrian Gas Grid Management AG -, und der OMV präsentiert. Die Berichte zeigen auf, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Einschränkung der Belieferung von Gaskunden kam.

Die am 1. und 2. Jänner 2006 erfolgten Einschränkungen der Anlieferung von russischem Erdgas, das über die Ukraine nach Österreich gelangt, betrug zeitweise ein Drittel. Seit den Abendstunden des 2. Jänner wird Österreich wieder in vollem Umfang mit Gas aus Russland versorgt.

Der gesamte Erdgasabsatz Österreichs beträgt laut der Analyse rund 8,5 Mrd. m3/Jahr. Der aktuelle Speichervorrat umfasst rund 2,2 Mrd. m3, was einer Menge von mehr als dem bundesweiten Gasverbrauch in zwei Wintermonaten entspricht. Berücksichtigt man die Inlandsproduktion sowie Importe aus Norwegen und Deutschland, so kann die Versorgung grundsätzlich für insgesamt mindestens drei Wintermonate gewährleistet werden.

Management hat in Österreich und auf EU Ebene funktioniert

Das Management der Situation aller Beteiligten habe in Österreich funktioniert, war der Tenor im Energielenkungsbeirat. Minister Bartenstein zieht Bilanz: "Die erstmals aufgetretenen Probleme mit Liefereinschränkungen konnten durch das Zusammenwirken aller Beteiligten gut bewältigt werden. Auch auf europäischer Ebene hat das Management hervorragend funktioniert. Dort waren diplomatische Initiativen der österreichischen Präsidentschaft und von EU-Kommissar Pieblags die geeigneten Mittel."

Nun gelte es, die Lehren aus der Situation zu ziehen und entsprechende Schritte zu setzen: Auf europäischer Ebene wird am Frühjahrsgipfel ein Schwerpunkt für eine bessere, koordinierte Energiepolitik gesetzt. Kommissar Piebalgs hat dafür bereits seinen Beitrag angekündigt: Die Kommission wird eine Mitteilung für eine bessere europäische Energiepolitik mit den Zielsetzungen mehr Versorgungssicherheit in Europa, Wettbewerbsfähigkeit der Energiepreise und Kohärenz der europäischen Energiepolitik vorlegen. In Österreich werden die Arbeiten für ein Energieversorgungssicherheitsgesetz intensiv vorangetrieben: Auch durch gesetzliche Maßnahmen soll es zu einer weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit kommen. Die in dem Gesetzesvorhaben vorgeschlagenen Maßnahmen werden jetzt mit den betroffenen Branchen besprochen.

Bundesminister Bartenstein hat den Energielenkungsbeirat, ein Beratungsgremium des Wirtschaftsministers für Energielenkungsfragen, am Montag, den 2. Jänner 2006, für heute Donnerstag einberufen. Dieser setzt sich aus Mitgliedern anderer Ministerien, den Experten der Bundesländer, der Sozialpartner und der Energiewirtschaft zusammen.

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