Ärztekammer-Forderungen bedeuten Riesenschritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin

Linz (OTS) - Die Ärztekammer fordert, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen vom Einkommen abhängig sein soll. Das lehnt die AK strikt ab. Sie sieht in den Vorschlägen einen Riesenschritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin.

Wenn es nach Ärztekammerpräsident Reiner Brettenthaler geht, soll die Krankenversicherung ihre Leistungen künftig entsprechend der Kaufkraft der Versicherten anbieten können. Versicherte mit einem höheren Einkommen könnten dadurch bessere medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Bezieher/-innen niedriger Einkommen erhalten nur mehr die medizinisch notwendigen Leistungen von der Krankenversicherung bezahlt. "Damit ist der Weg zur Zwei-Klassen-Medizin frei", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die von Brettenthaler geforderte Einführung einer Pflichtversicherung anstatt der bisherigen Versicherungspflicht würde wie in Deutschland zu einer Verteuerung des Gesundheitssystems führen. Der Wettbewerb unter den Krankenkassen würde die Kosten in die Höhe treiben. Jene Geldmittel, die für Werbung und Vertrieb aufgewendet werden müssen, brächten für die Versicherten keinen zusätzlichen Nutzen.

"Für uns ist Gesundheit ein Menschenrecht", sagt AK-Präsident Kal-liauer. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung habe nämlich unmittelbare Auswirkungen auf den Lebensstandard, die Armutsgefährdung und die Arbeitsleistung in der Gesellschaft. "Daher darf das Gesundheitssystem in Österreich nicht nach neoliberalen Prinzipien gestaltet werden, nach denen Spitzenmedizin nur für zahlungskräftige Patientinnen und Patienten leistbar ist", so Kalliauer.

Schon die letzten Gesundheitsreformen brachten den Patientinnen und Patienten deutliche Mehrbelastungen. Bei den Selbstbehalten (Rezeptgebühr, Spitalskostenbeitrag, Heilbehelfe) liegt Österreich im EU-Spitzenfeld.

"Wir lehnen Selbstbehalte ab, weil Krankensteuern mit einem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem nicht vereinbar sind", stellt der AK-Präsident fest. Er fordert eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage durch eine Wertschöpfungsabgabe. "Nur so kann die Finanzierung des Gesundheitssystems nachhaltig gesichert werden", sagt Kalliauer. Auch die Ärztinnen und Ärzte könnten durch die vermehrte Verschreibung von billigeren Generika ihren Teil dazu beitragen.

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