Alkopops: AK fordert Maßnahmen gegen süße Verführer zum frühen Alkoholkonsum

Alkopops als "Einstiegsdroge" - Konsumenten werden immer jünger

Wien (OTS) - "Hier hapert’s im Vollzug der Jugendschutzgesetze gewaltig! Alkopops sind häufig die Einstiegsdroge: süss, trendig, gar nicht wie Alkohol schmeckend und trotzdem gefährlich", warnt AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner. Laut dem "Fonds Gesundes Österreich" haben schon Elfjährige ab und zu einmal Alkohol getrunken, zehn Prozent der 13-Jährigen schon mehr als 40 Mal. Ernüchternd, wenn man bedenkt, dass der öffentliche Konsum von Alkohol erst ab 16 erlaubt ist, in fast allen Bundesländern auch der Verkauf.Eine holländische Studie zum Kaufverhalten von Eltern von 10-15Jährigen zeigt, dass sogar Eltern diese Alkopops für ihre Kinder kaufen. Gründe dafür sind günstige Preise, Aktionen und der Wunsch der Kinder. Gleichzeitig sagen aber zwei Drittel der Eltern, dass sie ein Verkaufsverbot wünschen. Die erkennbare Tendenz zum immer früheren Konsum von Alkohol wird durch Alkopops begünstigt, verlangt Lehner endlich Gegenmaßnahmen: "Österreich gehört in der Alkoholprävention zu den europäischen Schlusslichtern. Ein nationaler Aktionsplan aus einem Mix von gesetzlichen Verbesserungen, mehr Kontrollen, steuerlichen Lenkungsmaßnahmen und breiter Bewusstseinsbildung ist längst überfällig."

Alkopops als "Einstiegsdroge"

Österreichs Alkohol-Konsumenten werden immer jünger und sie trinken immer mehr. Die ersten Erfahrungen machen die Jugendlichen bereits mit elf Jahren. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben schon mehr als 40 Mal Alkohol konsumiert. Diese erschreckenden Zahlen präsentierte das "Fonds Gesundes Österreich" im November. 38 Prozent der 15-jährigen Schüler in Österreich waren laut Weltgesundheitsorganisation schon mindestens zwei Mal betrunken. Damit liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Die Daten zeigen eine deutliche Erhöhung der Angaben über Rauscherlebnisse in neun von 24 untersuchten europäischen Ländern. Österreich liegt hier unter den Top 5. Vor allem bei Mädchen ist diese Zahl auffallend gestiegen. "Und die Trinkgewohnheiten der Kids werden immer risikoreicher bis hin zum "Binge Drinking", bei dem die Teens bis an ihre körperlichen Grenzen gehen", sagt Lehner. Je früher jemand Alkohol trinkt, desto fataler sind auch die Auswirkungen und umso leichter entsteht Abhängigkeit. Alkohol-Mixgetränke sind bei beiden Geschlechtern die beliebteste Form Alkohol zu konsumieren. 32 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 26 Prozent der 15-jährigen Burschen nehmen mindestens einmal in der Woche Alkohol in dieser Form zu sich, danach folgt Bier und Wein. Laut einer Studie der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2004 hat sich der regelmässige Konsum von alkoholischen Mischgetränken durch Jugendliche innerhalb von drei Jahren verdoppelt.

Alkopops sind vorgefertigte Mixgetränke aus Alkohol - meist Schnaps - und Limonaden/Säften, stark aufgezuckert und meist noch künstlich aromatisiert und gefärbt. Sie sind vorwiegend in trendig aufgemachten Fläschchen in Supermärkten, Lokalen und bei vielen "Jugend-Events" erhältlich. Der Alkoholgehalt liegt durchschnittlich bei 5-6 Volumsprozent. Das entspricht 12-13 Gramm Alkohol, soviel wie in einem doppelten Schnaps. Die Zusammensetzung der Getränke ist oftmals nur bei genauem Studium der Etiketten erkennbar, der Alkoholgehalt, selbst wenn die Volumsprozente angegeben werden müssen, nur schwer einschätzbar, Zutaten und Zuckergehalt müssen nicht angegeben werden.

Problemloser Zugang

Ein klarer Warnhinweis wie "Für Kinder und Jugendliche verboten" oder ähnliches ist nicht vorgegeben. In Wien, Burgenland und Salzburg dürfen Alkopops von unter-16-jährigen privat konsumiert werden und auch eine Abgabe/Verkauf an Kinder für Erwachsene darf erfolgen. In den anderen Bundesländern ohne explizite Erwähnung der Alkopops in den Jugendschutzgesetzen ist die Abgabe an über 16-Jährige ebenfalls erlaubt. Eine einheitliche Regelung im Sinne der strengsten Regelung (Generelles Konsum- und Abgabeverbot an unter 16-Jährige, für schnapshältige Alkopops Altersgrenze Volljährigkeit) wäre für ganz Österreich angebracht. Die Abgabe muss strenger kontrolliert und in Zuwiderhandlungsfällen rigoros bestraft werden. Tests zeigen immer wieder, dass sogar 10-Jährige problemlos Alkohol in Supermärkten kaufen können.

Die AK verlangt

+ ein österreichweites Verkaufs- und Abgabeverbot von fertigen Mixgetränken mit Schnaps an unter 18-jährige

+ Kennzeichnung von Alkopops mit "Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten", Hinweis in gleicher Grösse wie der Markenname des Getränkes

+ eine zweckgebundene Extra-Steuer auf Alkopops, die Einnahmen sollen in die Finanzierung entsprechender Aufklärungskampagnen fliessen

+ Aufmachung von und Werbung für Alkopops darf sich nicht an Jugendliche unter 18 richten

+ eine Vereinheitlichung der Jugendschutzgesetze

+ rigorose Kontrollen der Jugendschutzbstimmungen mit präventiv wirkenden Strafen

+ Schulung von VerkäuferInnen und Personal im Gastgewerbe hinsichtlich Alterskontrollen

+ einen Österreichischen Alkohol-Aktionsplan mit öffentlich finanzierten Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung auf verschiedenen Ebenen (Schule, Lehrplatz, Medien etc)

Mehr zum Thema Alkopops finden Sie unter www.arbeiterkammer.at.

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Thomas Angerer
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