Logistikbranche rechnet mit besseren Geschäften

Salcher: "Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandortes Österreich sichern ist Gebot der Stunde" - Schwerpunkte der Branche für 2006

Wien (PWK004) - Das heimische Speditions- und Logistikgewerbe geht voller Optimismus in das neue Jahr, so der Obmann des Fachverbandes Spedition und Logistik in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans-Dieter Salcher. Die Branche rechne, getragen von der konjunkturellen Erholung, mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. Viele Unternehmer wollten wieder mehr investieren und damit neue Arbeitsplätze schaffen. Wermutstropfen sei der starke Kostendruck durch den globalen Wettbewerb im erweiterten Europa, wobei die große Nachfrage nach Logistikexpertise eine große Chance darstellt und das weitere Wachstum der Branche insgesamt sichert.

Dringend nötig, so Salcher, sei eine nationale Anstrengung, um den Logistikstandort Österreich wettbewerbsfähig zu halten. Ein Blick über die Grenze nach Pressburg zeige, wie man Industrie ansiedelt und was den Automobilcluster dort erfolgreich wachsen lässt. Dies sollten Politiker und Beamte an Ort und Stelle studieren. Allein die Zufahrt zeige, 15 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs, ein deutliches Manko auf. Der Flughafen Wien habe keine Anbindung an die Wasserstraße bzw. an die Frachtbahn. "Darüber denkt man nicht einmal nach", kritisiert der Sprecher der Logistikbranche.

Das Jahr 2006 sollte man daher als Wendepunkt nützen, um von den bisherigen Verkehrsinsellösungen abzugehen. Letztlich gehe es um ein erfolgreiches Zusammenspiel sämtlicher Verkehrsträger. "Wir können beispielsweise noch so viele Aktionspläne für die Binnenschifffahrt machen, wenn es keine Industrieanlagen entlang der Donau gibt, wird es keine Verkehrsentlastung auf der Strasse geben", erklärt Salcher. "Und womit sonst soll die Schifffahrt verdienen und ihre Gewinne erwirtschaften können?"

Die Logistiker verspüren seit letztem Sommer eine steigende Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, getragen von den wachsenden Exporten. Wobei für Österreich die deutsche Konjunktur natürlich ganz wesentlich ist. Laut Konjunkturprognosen könnte sich das Wachstum des Warenexports im Jahr 2006 aufgrund zusätzlicher Impulse aus Deutschland weiter beschleunigen und real über 6,5 Prozent erreichen. Auch die Anhebung der deutschen Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent mit 1. Jänner 2007 dürfte umfangreiche Vorziehkäufe an dauerhaften Konsumgütern, vor allem an Pkws, auslösen. "Das beschert den heimischen Spediteuren und Logistikern steigende Nachfrage seitens der erfolgreichen österreichischen Zulieferindustrie".

Die Luft- und Seefracht vor allem im Verkehr mit dem asiatisch/pazifischen Raum sollte 2006 weiter expandieren. Die spezialisierten Logistikdienstleister beurteilen ihre Aussichten ebenfalls günstig. Dagegen laufe es im Straßengüterverkehr noch nicht so richtig rund. Hohe Dieselpreise, die Maut, ausländische Billigkonkurrenz und unzureichende Harmonisierungsregelungen "sind für viele Unternehmen Anlass zur Sorge", resümiert Salcher. (hp)

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