Rübig: Europa reagiert auf die Energiekrise

Energieeffizienz-Richtlinie tritt demnächst in Kraft

Brüssel, 4. Jänner 2006 (ÖVP-PD) "Die Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine hat kurzfristig auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union betroffen. Diese Energie-Abhängigkeit Europas zeigt erneut deutlich, dass Energieeffizienz und Energiesparen zu den wichtigsten Energiequellen geworden sind. Europa muss unabhängiger von außereuropäischen Energielieferanten werden", sagte heute, Mittwoch, der Energiesprecher der EVP-ED Fraktion im Europäischen Parlament, Dr. Paul Rübig, in Brüssel. "Demnächst tritt eine neue Richtlinie mit dem Ziel in Kraft, Energieeinsparungen beim Verkauf von Energie an Endverbraucher zu fördern. Die Mitgliedsstaaten sollen neun Jahre nach In-Kraft-Treten der Richtlinie neun Prozent der Energie einsparen, die an
den Endverbraucher verteilt oder verkauft wird. Sie können sich jedoch auch selbst höhere Ziele setzen", so Rübig weiter. ****

Auf Grund des steigenden weltweiten Energiebedarfs und einem Rückgang der Ressourcen wird es immer wichtiger, Energie zu sparen und effizienter zu nutzen. Laut Studien kann der Gesamtverbrauch an Endenergie in der EU ohne Einschränkung des Komforts oder des Lebensstandards durch mögliche Energieeinsparungen bis 2010 um 20 Prozent gesenkt werden. Bei Erreichen eines jährlichen Einsparziels von einem Prozent können nach Schätzungen der EU-Kommission bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionsminderung erreicht werden, die zur Einhaltung der EU-Zusagen nach dem Kyoto-Protokoll erforderlich
ist. "Energiesparen wird aber nicht einfach so vorgegeben. Die Mitgliedsstaaten müssen auch drei klar definierte Energieeffizienz-Aktionspläne ausarbeiten. Damit wird diese Richtlinie zu einer wirklichen Energieeffizienzoffensive", betonte Rübig. Im ersten Aktionsplan, der der Kommission bis zum 30. Juni 2007 vorgelegt werden muss, muss ein Zwischenziel für das dritte Jahr gesetzt werden. In allen drei Plänen (der zweite muss bis zum 30. Juni 2011, der dritte bis zum 30. Juni 2014 vorgelegt werden) müssen die Mitgliedsstaaten die Energieeffizienzmaßnahmen beschreiben, die sie geplant haben, um die gemeinsam beschlossenen Ziele zu erreichen.

Vor allem der öffentliche Sektor soll eine Vorbildfunktion beim Energiesparen und dem effizienten Einsatz von Energie übernehmen. Aus diesem Grund sollen Mitgliedsstaaten Leitlinien zur Aufnahme
von Energieeffizienz als Bewertungskriterium bei der Ausschreibung öffentlicher Aufträge entwickeln. Auch die Verbraucher werden mehr Informationen über Energieeffizienz und insbesondere detaillierte und regelmäßige Energieabrechnungen auf der Basis ihres jeweiligen Verbrauchs erhalten. "Energieeffizienz ist eine der Prioritäten der Europäischen Volkspartei und der Europäischen Kommission. Die neue Richtlinie ist ein wertvolles Mittel, um dieses Ziel zu erreichen", so Rübig abschließend.

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