Ungebremster Ausbau von Ökostrom und Ökogas kann Energieversorgungssicherheit nicht gewährleisten

Papierindustrie und Wertschöpfungskette Holz können zu einem Schlüssel für eine nachhaltige Energiezukunft werden

Wien (PWK001) - Ein 8-Punkte-Programm zur nachhaltigen Sicherung
der Energieversorgung bei gleichzeitiger Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und des Standortes Österreich schlägt die Papierindustrie vor: "Die Verminderung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus dem Ausland kann nur durch eine integrierte nationale Energiestrategie nachhaltig gelöst werden. Ich halte nichts von einseitigen Maßnahmen wie dem ungebremsten Ausbau von Ökostrom nach dem alten Fördersystem oder der Erlassung eines Ökogasgesetzes - sie sind energiepolitisch kurzsichtig und extrem teuer. Der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energiezukunft Österreichs liegt in der Miteinbeziehung der Leistungen hocheffizienter industrieller Anlagen, wie sie etwa die Unternehmen der Wertschöpfungskette Holz vorweisen können, in die Energiepolitik. Daher muss nicht nur das Ökostromgesetz verbessert werden, sondern es sollen auch Klimaschutz und Innovationspolitik stärker auf diese Thematik fokussiert werden", bekräftigt DI Oliver Dworak, Geschäftsführer von Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie.

Folgende Punkte sollten demnach zügig umgesetzt werden:

Förderung ausschließlich des effizientest möglichen Einsatzes fossiler und biogener Brennstoffe in hocheffizienten industriellen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die nennenswerte Mengen an CO2 einsparen, sowie Verbesserung des KWK-Bonus beim Emissionshandel als Anreiz zum verstärkten Einsatz von KWK,

Verpflichtung von Energieversorgungsunternehmen zur Investition von "Windfall profits" aus der Einpreisung kostenlos zugeteilter CO2-Zertifikate in neue hocheffiziente Anlagen, nach Möglichkeit auch in Kooperation mit Industriestandorten mit kontinuierlicher Strom-und Wärmeabnahme,

Aufhebung des Ausschlusses industrieller Ökostrom-Eigenanlagen von Förderprogrammen, bzw. Refundierung der Ökostromzuschläge bei eigener Ökostromerzeugung zur Standortsicherung

Umsetzung eines Energieholz-Impulsprogramms durch rasche Ausarbeitung von Konzepten zur Mobilisierung zusätzlicher Holzmengen, um durch die stark zunehmende Verfeuerung des wertvollen Rohstoffes Holz nicht den Vorrang der stofflichen Nutzung zu gefährden,

Mitbewertung der hohen Energieeffizienz und des hohen Anteils erneuerbarer Energieträger der Zellstoff- und Papierindustrie beim Nationalen Zuteilungsplan zum Emissionshandel,

Volle Berücksichtigung des Unternehmenswachstums bei der Zuteilung von CO2-Zertifikaten für die 2. Periode des Emissionshandels 2008-2012, wie vom Umweltminister vorgesehen, da weitere Verbesserungen der Energieeffizienz nur bei Produktionssteigerungen umgesetzt werden können,

Gezielte Forschungsförderung zur Erzeugung von Biogas statt Zunahme der Verbürokratisierung und Geldverschwendung durch ein extrem teures Ökogasfördersystem, mit dem nur minimale Mengen an Erdgas ersetzt werden könnten, sowie

Vorantreiben der energierelevanten Forschung in Schlüsselsektoren der heimischen Leistungsbilanz wie etwa dem Sektor Forst-Holz-Papier durch Einrichtung eines nationalen Förderschwerpunktes, zum Beispiel im Zusammenhang mit der "Forest-based Sector Technology Platform" im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.

"Durch die enge internationale Verflechtung der Unternehmen und Märkte befinden sich alle österreichischen Papierfabriken im globalen Standortwettbewerb. Da Energiekosten trotz des extrem hohen Einsatzes biogener Energieträger, der hohen Strom-Eigenversorgung und höchster Energieeffizienz zu den größten Kostenanteilen der Papierproduktion gehören, gefährden überzogene nationale Regelungen die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Standorte. Diese Entwicklung ist in zunehmendem Ausmaß die Ursache für Investitions- und Produktionsverlagerungen, die Österreichs Leistungsbilanz schwächt und Arbeitsplätze gefährdet. Energiepolitik muss daher die Leistungen der Industrie verstärkt mit einbeziehen und als nachhaltige Wirtschafts-, Standort- und Innovationspolitik begriffen werden", so Oliver Dworak abschließend. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Patrick Mader
Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie
Gumpendorfer Straße 6 , 1061 Wien

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001