Mini-Jobs: Einkommensgrenze auf 333,16 Euro erhöht

AKNÖ: Viele "Geringfügige" wissen zu wenig über ihre Rechte Bescheid

Wien (AKNÖ) - Mit erstem Jänner 2006 wurde die Geringfügigkeitsgrenze angehoben. Sie liegt nun bei 333,16 Euro, erhöhte sich also um knapp 10 Euro. Im November 2005 gab es rund 233.000 geringfügig Beschäftigte, drei Viertel davon Frauen. Wer nur ein geringfügiges Einkommen erzielt, ist aber nur unfallversichert -eine Pensions- oder Krankenversicherung besteht nicht.

Die rund 233.000 Personen, die in Österreich zuletzt auf geringfügiger Basis beschäftigt waren, können ab sofort bis zur Einkommensgrenze von 333,16 Euro im Monat verdienen. Die "geringfügige Beschäftigung" war als Möglichkeit, zum Arbeitslosengeld, zur Notstandshilfe, zur Karenz oder zur vorzeitigen Alterspension etwas dazuzuverdienen, im Jahr 1998 eingeführt worden. "Allerdings wurde dies von den Arbeitgebern sehr schnell als legale 'Flucht aus der Sozialversicherung' entdeckt", erklärt AKNÖ-Sozialrechtsexperte Dr. Alfred Obermair, "denn für geringfügig Beschäftigte müssen Arbeitgeber nur den Unfallversicherungsbeitrag bezahlen." Geringfügig Beschäftigte - drei Viertel davon sind Frauen - sind daher weder kranken- noch pensions-, sondern nur unfallversichert, sofern sie nicht bei einem Angehörigen mitversichert sind. Immer mehr Menschen sind ausschließlich auf geringfügiger Basis beschäftigt.

Viele wissen nicht Bescheid

"Geringfügig Beschäftigte wissen um ihre Rechte meist nicht Bescheid. Sie werden nur zu oft um die ihnen zustehenden Sonderzahlungen geprellt", berichtet Experte Obermair. Dennoch sind die "Geringfügigen" kein arbeitsrechtliches Freiwild: Grundsätzlich gelten für sie die gleichen Regelungen wie für Teilzeitbeschäftigte, also z.B. die Entgeltfortzahlung während des Krankenstandes, die Pflegefreistellung im Fall der Erkrankung naher Angehöriger, der Jahresurlaub und eine Abfertigung (nach altem Recht), wenn das Dienstverhältnis ununterbrochen länger als 3 Jahre gedauert hat sowie die jeweiligen Kollektivverträge, in denen Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mindesteinkommen und die Kündigungsfristen für Arbeiter geregelt sind.

Die AKNÖ hilft

Ansprüche aus gesetzlichen Sozialleistungen verjähren erst nach 3 Jahren, Ansprüche aus Kollektivverträgen können bereits nach 6 Monaten verfallen. Geringfügig Beschäftigte, die im Vorjahr zum Beispiel keine Lohnfortzahlung während des Urlaubs bekommen haben, können diese beim Arbeitgeber noch einfordern. Geringfügig Beschäftigte sind beitragsfreie AK-Mitglieder und bekommen kostenlosen Rechtsschutz, wenn Arbeitgeber kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld bezahlt haben.

Selbstversicherung ist oft ratsam

Die AKNÖ-Sozialrechtsexperten empfehlen geringfügig Beschäftigten grundsätzlich, von der Selbstversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung Gebrauch zu machen, denn Versicherungszeiten werden nach der letzten Pensionsreform immer wichtiger. Dieser Beitrag beträgt 47,01 Euro pro Monat. Tipps und Infos gibt die AKNÖ-Rechtsberatung unter der Hotline: 05 7171-1717.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ, Referat Sozialrecht
Dr. Alfred Obermair
Tel.: 01 58883-1422
sozialrecht@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

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