Greenpeace: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz statt Gasimporte

EU-Ziele sollen während österreichischer EU-Präsidentschaft verbindlich werden. Wien/Brüssel/Moskau/Kiev (OTS) - "Der Streit zwischen der Ukraine und Russland um die russischen Gasexporte hat Europa und speziell auch Österreich erneut vor Augen geführt, wie abhängig unsere Volkswirtschaften von Energieimporten sind", so Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. Er fordert von der österreichischen Ratspräsidentschaft und somit von Umweltminister Pröll und Energieminister Bartenstein, sich für verbindliche Ziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz einzusetzen. "Bisher hat Österreich sich immer gegen verbindliche und ambitionierte Ausbauziele ausgesprochen und damit die Atomenergie in Europa sowie den Import fossiler Energie wie Kohle, Öl und Erdgas gefördert", warnt Mayer.

Laut einem Grünbuch der EU zur Versorgungssicherheit könnte sich der Anteil der importierten Energie von derzeit knapp über 50% auf über 70% bis 2020 erhöhen. Der Ausbau der Kernenergie in Europa sei nicht nur aus Umweltschutzgründen und der Gefahr von Terroranschlägen und der Weitergabe von Atomtechnologie an Staaten mit Interesse am Bau von Atombomben abzulehnen, sondern auch weil die größten Uranvorkommen der Welt sich in Kanada und Australien sowie in zweiter Linie in Kasachstan, Niger, Namibia und Russland befinden.

Europa hat keine bedeutenden eigenen Uranvorkommen, stellt aber 150 von 450 weltweiten AKWs. "Europa käme mit der Atomenergie punkto Versorgungssicherheit vom Regen in die Traufe", lehnt Mayer diese Option ab. "Der einzig sichere Weg, Klimaschutzziele zu erfüllen, die Atomgefahren zu bannen und die Versorgungssicherheit in Europa zu erhöhen, ist der Umstieg auf erneuerbare Energien." Je rascher dabei die Energie effizienter als bisher verwendet werde, umso schneller wachse der Anteil von erneuerbaren Energien und desto früher werde Atom, Kohle, Öl und Erdgas aus Europas Energiebilanz verringert.

"Österreichs Minister Pröll und Bartenstein müssen deswegen während der EU-Ratspräsidentschaft nicht nur unverbindliche Biomasseaktionspläne auf die Tagesordnung setzen, sondern verbindliche EU-Richtlinien für erneuerbare Energien und Energieeffizienz befürworten", ortet Mayer mangelnde Ernsthaftigkeit der Bundesregierung bei der Reaktion auf die langfristige Importabhängigkeit Europas aus politisch instabilen Regionen.

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Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Energieexperte, 0664-2700441

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